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Die nächste Blase… das Rohstoff-Roulette

07 Apr

2007 / 2008 stürzte die Welt in eine drastische Finanzkrise, weil rund um Immobilien eine riesenhafte Spekulationsblase entstanden und verschwiegen worden war.

Jeder weiss es… nach der Krise ist vor der Krise. Und so erwischte uns als nächstes eine Staatsfinanzkrise. Die Mechanismen sind dabei immer dieselben. Es werden Finanzprodukte geschaffen, die keine vernünftigen Gegenwerte besitzen. Es wird kurz gesagt betrogen. Und das in einem so grossen Maßstab, dass wir es einfach nicht wahrhaben wollen.

In folgendem „Dok 5 – Das Feature“ Radiobeitrag des WDR5 könnt Ihr Euch über das „Rohstoff-Roulette“ informieren:

 

Rohstoff-Roulette: Das gefährliche Spiel um Platin, Petroleum und Palmöl

Ausserdem verlinke ich Euch dazu noch einen Spiegel-Artikel:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/preisexplosion-wie-das-globale-rohstoff-roulette-funktioniert-a-762140.html

Warten wir es ab, was passiert. Und ob wir dann wieder hören, dies sei alles nicht absehbar gewesen. Fest steht, nach der letzten Krise bestand die Chance es besser zu machen. Die Fakten liegen lange schon auf dem Tisch. Und doch verharrt die Politik in Tatenlosigkeit.

Besonders bemerkenswert finde ich den im Radiobeitrag beschriebenen Lebenslauf von Marc Rich. Es zeigt, wie Grosskriminelle einfach ungeschoren davon kommen, weil sie es sich leisten können. Sie kratzt das alles wenig und leben davon ungestört auf grossem Fuß weiter. Sogar mit Hilfe der Politik.

Wann begreifen die Menschen endlich, dass Kriminelle heutzutage im Nadelstreifen und mit pseudowissenschaftlicher Attitüde daherkommen!?

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5 Antworten zu “Die nächste Blase… das Rohstoff-Roulette

  1. marien86

    April 8, 2013 at 12:56 am

    Hallo tinyentropy,

    du unterstellst, die Leute hätten nicht begriffen, wer der eigentlich Schuldige ist? Was bewegt dich zu der Annahme, das du zu einer Minderheit gehörst? Die interessantere Frage ist: welche Konsequenzen sollte man aus dieser Erkenntnis ziehen?

    Jetzt wirst du mir entgegenhalten, die Leute könnten sich mehr engagieren, gerade wir Deutschen sollten mehr machen. Wenn wir alle perfekte Bürger, Konsumenten und Kulturschaffende wären, bräuchten wir keine Staaten, Kartellbehörden und Hochkultur mehr. Wenn wir jenen profitsüchtigen Kriminellen ihre Profitgier vorwerfen, sind wir frei von jeglicher Nutzenmaximierung? Wenn wir Leuten vorwerfen, sie suchten die Schlupflöcher im System, suchen wir die eigentlich nicht auch? Ich will Fehlverhalten nicht relativieren, ich will den Menschen nicht schlechtreden, ich will nur was graderücken.

    Kant hat mit seinem kategorischen Imperativ die Latte sehr hoch gehängt. Dass da Blasen entstehen, zeigt genau das. Ich denke, wir sind in einem Transformationsprozess, wo relativ schnell, relativ viele Blasen platzen. In Zukunft wird man sich dies nicht mehr leisten können. Wann diese Zukunft sein wird, und welchen Preis sie haben wird wissen wir nicht.

    So läuft Geschichte: mit Brüchen und unkalkulierbaren Kosten.

    Gruß, David

     
    • tinyentropy

      April 8, 2013 at 6:29 pm

      Dazu bewegt mich, dass mir Leute in Gesprächen über die kriminellen Auswüchse des Kapitalismus ewig mit den gleichen Floskeln antworten:

      1.) … Aber es ist besser als der Sozialismus.

      2.) … Die werden das Geld schon nicht ohne Grund bekommen.

      3.) … Aber das ist ja auch so kompliziert.

      4.) … Da kann man nichts dran machen. So ist das eben. Das ist Kapitalismus.

      Natürlich stimmt es, dass die Dinge kompliziert und undurchsichtig sind. Aber es stimmt nicht, dass Kapitalismus zwingend so sein muss, dass derjenige, welcher viel Geld besitzt es zurecht bekommen hat, und dass man an den Fehlentwicklungen nichts ändern könnte.

      Es ist erschreckend, dass die Leute gleichmütig sind. Denn moralische Entrüstung und sogar Wut wären meiner Meinung nach angebracht und dringend nötig. Damit die Politiker zum Handeln gezwungen werden.

      Die Alternative zum jetzigen Kapitalismus wäre nicht der Sozialismus, sondern ein verbesserter, auf soziale Gerechtigkeit ausgerichteter Kapitalismus 2.0.

       
      • yt

        April 9, 2013 at 6:53 am

        Ich denke, du solltest einfach bei deinen guten Gedanken bleiben. Ich bin sicher, gute Gedanken pflanzen sich fort.
        Anfangs mag niemand zugeben, dass seine Weltanschauung logische Fehler beinhaltet.
        Viele bleiben lieber bei der Herde, und plappern nach was in den Mainstream Medien als richtig und wahr propagiert wird. Kaum jemand hat sich mit den Akteuren mal ernsthaft auseinander gesetzt, die er da beiläufig als Stasi, Ökospinner oder was auch immer, verunglimpft.

        Jeder der Überzeugt ist und aus positiver Einstellung und Überzeugung handelt, wird in der Regel auch Vorbild. Das Verhalten wird abfärben.
        So wie man selbst auch adaptiert, was Sinn ergibt.

        Bei uns haben wir erlebt, wie eine Familie nun vermehrt Bioprodukte kauft. Nach dem wir uns einen Morgen lang darüber ausgetauscht hatten. Uns schlugen auch viele Argumente entgegen wie: Das bringt nix, nur verarsche oder viel zu teuer.
        Ein Bauarbeiter in unserem Umfeld, hat uns überrascht als er plötzlich sagt, CDU kann er ja nicht mehr wählen, da würde er sich ja ins eigene Fleisch schneiden und seinen Kindern die Zukunft verbauen, weil er kein Geld für eine Elite Schule und privat Unterricht hat.

        Was sich auf Dauer nicht durchsetzt, RTL, Bild, usw. Es ist bequem, aber es glaubt auch kaum noch einer. Und die Zahlen belegen es. Das Publikum ist in diesen Bereichen rückläufig. Und das schon seit Jahren.

        Mach du nur so weiter …
        … du wirst schon sehen was du davon hast 😉

        btw. Halt mich für Fantasielos oder einen Pessimisten, aber ich bin der Meinung, Kapitalismus und soziale Gerechtigkeit schließen sich aus. Wo es Gewinner gibt, gibt es immer auch Verlierer. Kapitalismus fordert den einzelnen auf, sich zu behaupten. Da ist kein Platz für Teamwork. Es gibt den ersten Platz nur einmal.

        Mit konsequenten Grüßen,
        yt

         
  2. yt

    April 8, 2013 at 1:11 pm

    Ich stimme David zu.

    »Ich denke, wir sind in einem Transformationsprozess, wo relativ schnell, relativ viele Blasen platzen. In Zukunft wird man sich dies nicht mehr leisten können. Wann diese Zukunft sein wird, und welchen Preis sie haben wird wissen wir nicht. «

    … und er (Transformationsprozess) beschleunigt sich, exponentiell.

    Das Netz vernetzt, nicht nur die Onliner.

    Mit vernetzten Grüßen,
    yt

     
  3. marien86

    April 13, 2013 at 10:56 pm

    Hallo tinyentropy,

    dir ist aber schon bewusst, dass Wut der schlechteste Ratgeber, den man haben kann. Und Entrüstung muss kanalisiert werden. Ihre bloße Existenz bewirkt nichts. Ich kenne die Gespräche, die du oben angedeutet hast. Im Endeffekt sind es Schutzreaktionen. Die Leute haben zu mindestens eine Ahnung was schief läuft.

    Mal ein wenig ketzerisch gefragt: engagierst du dich in einer Partei? Unterstützt du eine NGO? Wirbst du für bestimmte Inhalte in deinem Umfeld? Es wäre hier sehr wohlfeil von der (benötigten) Wut der anderen zu reden, sich aber selbst aus dem Engagement rauszuhalten.

    Ich bin kein Parteimitglied, Ich spende, wenn ich kann, ein paar Euro für Attac. Ich versuche in meinem Umfeld Diskussionen anzuregen, bestimmte Denkprozesse in Gang zu setzen. Damit scheitere ich allzu oft. Ich gebe aber weder mir, noch meinem Umfeld die Schuld. Denkprozesse brauchen lang, sie sind mitunter tief in uns verankert. Denke an die protestantische Ethik Webers oder an bestimmte Idealbilder des europäischen weißen Familienvaters. Es kann hier nicht um Wut und Emotionalität gehen. Es muss um Aufklärung gehen, auf Augenhöhe!

    Wenn die Leute dem politischen System gegenüber gleichgültig sind kann ich das gut verstehen. Mit mitte 40 in einer kleinbürgerlichen Schicht hat man andere Sorgen als die (notwendige) große Politik. Wenn man genau diese Schicht an Beteiligungsprozesse heranführt, ohne sie zu überfordern, das wird eine wichtige Aufgabe der politischen Bildung sein. Und es wird eine wichtige Aufgabe sein Delegationssysteme effizienter zu organisieren.

    Es waren im übrigen immer kleine „Eliten“ die bestimmte Entwicklungen vorangetrieben haben. Dass die Massen sich an den Revolutionen beteiligt haben ist eine Mär der Revolutionäre. Immer war eine (mehr oder minder kleine) an einer Revolution beteiligt. Es geht immer um die viel zitierten „Multiplikatoren“.

    Zum Schluss: ja es kann sein, dass wir den Planeten runterrocken. Allerdings würde dann die Art „Homo Sapiens“ verschwinden. Viel Leben würde überleben und die Evolution in Gang setzen. Wir wären dann nur eine Randnotiz. Man kann diesen Zynismus ins positive wenden: weil wir nichts besonderes sind müssen wir uns nichts beweisen. Wir können uns einreihen, wie all die anderen Arten. Wir können unseren Platz erkennen und entsprechend handeln. Handeln geht um so besser, je rationaler wir agieren. Wut als Emotio ist das Gegenteil von Ratio. Billigen wir unseren Mitmenschen die Zeit zu, die sie brauchen, bis der Groschen fällt. Anders kriegen wir das nicht gebacken. Das ist Aufklärung!

    Gruß, David Marien

     

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