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Der richtige Umgang mit zwischenmenschlichen Enttäuschungen!?

23 Sep

Kaum etwas verursacht bei uns so viel Frustration wie Enttäuschungen, die wir durch das Verhalten anderer Menschen erleben. Der Schlüssel liegt natürlich darin, wie wir selbst mit unseren Erwartungen umgehen. Dazu habe ich mir vor längerer Zeit einmal Gedanken gemacht und meine Erkenntnisse von damals möchte ich nun teilen.

1.) Außer dem Älterwerden und dem Tod ist nichts selbstverständlich bzw. garantiert im Leben. Nicht die Fürsorglichkeit oder Liebe der Eltern, nicht die Liebe eines Partners, die Rückmeldung nach einem Date, die Einhaltung einer Verabredung, die Treue, Nachsicht und Loyalität eines Freundes, oder die Wertschätzung eines Kollegen. All dies hängt von der Befähigung der Akteure, von ihrem Willen, aber auch ihren Kräften ab. Und in den meisten hier genannten Fällen auch davon, wie vielen anderen Menschen sie bereits Treue gelobt haben und welche Priorität in ihrem Leben sie einem einzuräumen in der Lage sind.

2.) Man kann aus diesem Grunde die Menschen nicht an ihrer Leistung, sondern nur an ihren wahren Absichten bemessen. Und die wahren Absichten sind nicht auf Anhieb zu erkennen.

3.) Natürlich sollte man jemandem, der einem Böses will, abweisend begegnen und von ihm Gerechtigkeit fordern. Aber man kommt im Allgemeinen nicht sehr weit damit, ständig Gerechtigkeit und die faire Behandlung der eigenen Person einzufordern, vor allem in Fällen, wo es die Verhältnismäßigkeit aus Sicht der Anderen übersteigt. Und das kann viel schneller der Fall sein, als man es aus der eigenen, vermeintlich objektiven Sichtweise heraus für möglich hält. Man muss immer vorsichtig damit sein, einem anderen Menschen Absicht bei seinem Verhalten oder unzureichendes Engagement zu unterstellen. Viele Menschen können aus ganz verschiedenen Gründen nichts anderes anbieten und wären sonst überfordert. Stattdessen muss man selbst robuster werden und akzeptieren, was man bekommt.

4.) Es ist immer ein Geschenk, wenn jemand einem Priorität in seinem Leben einräumt, denn es ist nicht selbstverständlich – auch nicht in der Beziehung zu den Eltern, einem Partner oder Freunden. Dieses Geschenk, ist es auch noch so klein ausgeprägt, gilt es deshalb wertzuschätzen. Bleibt das Engagement des Anderen auf Dauer unzureichend und derjenige verweigert obendrein jede Einsicht sich zu ändern, kann man freundlich und ohne böse Worte seine Konsequenzen ziehen. Fair ist es, dem Anderen zuvor wohlwollend und konstruktiv eine Chance zur Erkenntnis und Veränderung des vorhandenen Defizits zu geben.

5.) Wenn man erkennt, dass man verlässliche Menschen zur eigenen Seelengesundheit braucht, sollte man sich genau solche Menschen suchen und muss sie sich verdienen. Trotzdem sollte man auch den weniger Verlässlichen nicht abschätzig oder moralisch von oben herab begegnen. Die eigenen Ideale können uns noch so zwingend vorschreiben, wie man sich selbst – oder daraus abgeleitet ein anderer Mensch sich der eigenen Person gegenüber – verhalten müsste – es muss nicht von Anderen genauso gesehen werden! Die Entscheidungen der Anderen hängen von so vielen Faktoren in deren Leben ab, die wir nicht erahnen können. So lange einem selbst durch das mangelhafte Verhalten Anderer kein bedeutender Schaden widerfährt (zu wenig Aufmerksamkeit ist kein Schaden!), kann man von seinen Mitmenschen nicht ein besseres Verhalten einfordern. Denn würde ein gewandeltes Verhalten aus Druck erfolgen und nicht aus der Motivation des Anderen, wäre es keine freiwillige, eigenständige Leistung mehr und somit blieben beide Seiten davon unbefriedigt.

6.) Erkenne den Wert von Leuten, die an Dir festhalten, auch wenn Du selbst gegen deine eigenen Ideale oft verstösst, wahrscheinlich ohne es zu merken.

7.) Akzeptiere, dass die Welt so ist wie sie ist und nicht wie sie stattdessen sein sollte, es sei denn Du kannst aus eigener Kraft und ohne Zwang für Andere daran etwas ändern. Lerne zu entspannen, passiv zu beobachten, so lange dich nicht jemand um Rat explizit fragt. Erfahre die tatsächlichen Forderungen, die Andere an Dich stellen, anstatt deine eigenen ideellen Vorstellungen in die Absichten Anderer hinein zu projizieren. Vermeide es anzunehmen, sie forderten von Dir, was sie selbst nicht erbringen. Es sind ja nicht ihre Ideale, sondern in vielen Fällen die eigenen und es lohnt sich die Wertvorstellungen anderer Menschen respektvoll zu ergründen.

8.) Die Probleme vieler Menschen rühren daher, dass sie genaue Vorstellungen davon haben, welche Handlungen anderer Menschen selbstverständlich sein sollten. Dann verzweifeln sie darüber, dass ihre Erwartungen an der Realität scheitern. Daraus gibt es keinen Ausweg, außer den Menschen aus dem Weg zu gehen, denn es wird sich immer und immer wiederholen. Mehr noch, dieses Prinzip wenden sie auch auf sich selbst immer wieder an und stellen enttäuscht fest, dass sie ihrer eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht werden können. Oft überträgt man die erlittenen Enttäuschungen unbewusst auf neue Bekanntschaften und Partner und erwartet von ihnen Wiedergutmachung, die sie nicht leisten können und nicht müssen.

9.) Man sollte den Blick auf sich selbst immer wieder überprüfen. Erkenne ich meine Stärken und Schwächen in einem ausgeglichenen Verhältnis? Die meisten Menschen sind sehr selbstkritisch und verzeihen sich ihre Faulheit nicht. Dann gehört es aber auch dazu sich Überforderungen selbst einzugestehen.

10.) Man sollte möglichst locker mit Enttäuschungen und Zurückweisungen umgehen, dabei keine bösen Absichten, noch nicht einmal die bewusste Reflexion, bei seinem Gegenüber unterstellen. Geduld und die Einsicht nicht jeden für sich gewinnen zu können, sind wichtig. Und Respekt, Liebe und Wertschätzung gegenüber Menschen, die einem ihre Wertschätzung ihrerseits zeigen. Dies ist nie selbstverständlich! Auch nicht, wenn eine Frau / ein Mann 'nur' freundschaftliche Interessen zeigt. Auch dies ist nicht selbstverständlich!

11.) Es muss einen Grund dafür geben, dass die Menschen nur noch wenig sensibel für ihre Mitmenschen sind. Ich denke, es ist das Übermaß an (gefühlten) Verpflichtungen, die uns alle heutzutage einspannen. Jeder x-te Facebook-Freund zieht ein wenig der geteilten Energie und verhindert, dass sich die Menschen auf einige wenige Menschen stärker konzentrieren können. Es ist überhaupt nicht mehr notwendig Verantwortung für jemanden zu übernehmen. Man hat halt 1000 Freunde und kann ausweichen. Und jeder will ein bißchen der Aufmerksamkeit abbekommen. Für Frauen gilt dies sowieso, da sie sich meist einer Reihe von Bewerbern gegenüber sehen. Etwas anderes sind nur die Jugendfreunde, die man noch vor Zeiten kennengelernt und zu schätzen gelernt hat.

So klar diese Dinge sind, es fällt meist trotzdem sehr schwer, sie zu beherzigen.

 

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6 Kommentare

Verfasst von - September 23, 2012 in Psychologie, Tiny's Gedanken

 

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6 Antworten zu “Der richtige Umgang mit zwischenmenschlichen Enttäuschungen!?

  1. mechentel

    September 23, 2012 at 1:55 pm

    …“Und Respekt, Liebe und Wertschätzung gegenüber Menschen, die einem ihre Wertschätzung ihrerseits zeigen…“
    Dazu eine Antwort im Netz

    „Was ich nicht respektiere – das achte ich nicht.
    Was ich nicht achte – das verachte ich.
    Was ich verachte – das liebe ich nicht.

    Ich denke, was abgelegt wird, sind Distanz und Mißtrauen. Jemanden, den wir lieben, lassen wir näher an uns heran als jemanden, der uns gleichgültig ist – weil wir darauf vertrauen, dass er/sie uns gut tut.“ Quelle: http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20080621035303AAmlwUp

    Und ich denke: Man erlebt, was man denkt! Die Welt in der wir leben ist die Welt die wir uns in unseren Gedanken erschaffen. Es materialisiert sich immer nur das was man sich vorstellt.
    Eine Medalie hat 2 Seiten. Man kann die Kopfseite betrachten und diese als Definition für die gesamte Medalie bestimmen. Dann ist auch die zweite Seite die erste und man kann die zweite Seite nicht anders sehen. Aber man kann auch die zweite Seite sehen und diese als Definition für die gesamte Medalie betrachten. Die erste Seite existiert dann einfach nicht, weil wir uns vorstellen dass diese genauso ist wie die 2. Also, kann man auch nichts anderes sehen, empfinden, denken, fühlen, erleben und wahrnehmen.
    ABER die Wahrheit ist, dass es mindestens diese beiden Seiten gleichzeitig gibt und beide gleichwertig sind. Wir sind es, die entscheiden, was wir leben, sehen, erleben, fühlen und denken sollen UND vor allem welche Seite der Medalie für uns Gültigkeit haben soll.
    Die Anderen, machen nur das was wir uns vorstellen, dass sie machen……
    Denk mal darüber nach…..

     
    • tinyentropy

      September 23, 2012 at 3:47 pm

      Zusammengefasst ist meine Aussage, man sollte rein gar nichts von Anderen erwarten oder sich erhoffen. Freue Dich einfach über jede Kleinigkeit, die Du empfängst, aber definiere Dein Leben nicht über das Verhalten anderer Menschen Dir gegenüber.

      „Die Anderen, machen nur das was wir uns vorstellen, dass sie machen…… Denk mal darüber nach!“

      Das finde ich nicht hilfreich. Es spricht anderen Menschen die Funktion von unselbständigen Marionetten zu. Dabei ist gerade das der Punkt, dass jeder sein eigenes Leben führt und dafür verantwortlich ist. Deshalb kann man das Verhalten anderer Menschen eben nur limitiert beeinflussen und sollte seine Erwartungen daran beschränken.

      Edit: Gut, ich habe noch einmal darüber nachgedacht und es scheint, dies trifft meine Aussage. Wir sollten in der Tat nicht leichtfertig irgendwelche Motive in die Handlungen unseres Gegenübers deuten. So gesehen würden wir dann nämlich wirklich selbst konstruieren, „wie“ sie sich uns gegenüber verhalten, obwohl sie es nicht tun. Das stimmt.

      Aber wir können eben kaum aktiv die Motive der Menschen beeinflussen, wie sie sich uns gegenüber verhalten. Es sei denn, wir legen es darauf an den Umgang miteinander selbst zu sabotieren.

      Kurz gesagt, sie handeln wie sie handeln und uns sollte das egal sein, so lange wir uns dadurch nicht ernsthaft verletzt sehen. Aber das kann man immer erst nach einer gewissen Zeit bewerten, nicht impulsiv in dem jeweiligen Moment, weil wir dann Gefahr laufen unsere eigenen Denkmuster auf das Gegenüber zu projizieren.

       
  2. marien86

    September 23, 2012 at 7:51 pm

    Hallo tinyentropy,

    Du hast hier ein hoch interessantes aber auch hoch emotionales Thema angesprochen.

    „Zusammengefasst ist meine Aussage, man sollte rein gar nichts von Anderen erwarten oder sich erhoffen. Freue Dich einfach über jede Kleinigkeit, die Du empfängst, aber definiere Dein Leben nicht über das Verhalten anderer Menschen Dir gegenüber.“

    Bitte entschuldige, aber was soll diese relativierende Aussage? Ein Kind darf von seinen Eltern erwarten angemessen psychisch und physisch behandelt zu werden. Es hat verdient von ihnen Ernst genommen zu werden. Ich kann erwarten, von meiner Umwelt akzeptiert zu werden. Selbstverständlich ist dies keine Einbahnstraße: Leben und Leben lassen, nehmen und geben. Ich soll mein Leben nicht über das Verhalten Anderer definieren? Frag mal einen Türken, der nach Uni und einigen Jahren Berufserfahrung in die Chefetage einsteigen möchte. Eine Frau soll sich nicht „erhoffen“ auf ein bestimmtes Bild reduziert zu werden? Ich soll also froh sein, wenn die Leute mal mitkriegen, das körperbehindert ungleich dumm ist?

    Des weiteren gibt es einen großen Unterschied zwischen „unselbständigen Marionetten“ und selbständig agierenden Akteuren. Die Soziologie und Psychologie decken diese Differenz sehr breit gefächert auf. In einer liberalen Gesellschaft stellt sich immer die Frage, wie viel Entscheidungsgewalt und Eigenständigkeit ein Individuum besitzt. Wenn es keinerlei Erwartungen zwischen den Menschen gibt, dann hört auf Gesellschaft zu existieren. Liberalität bedeutet für mich, meine Fehlerwartungen kundtun zu dürfen.

    Ich sage den Leuten ganz klar, wenn sie, meiner Meinung nach, ein falsches Bild von Menschen mit Behinderungen haben. Ich möchte Vorurteile abbauen. Sie stören mich nicht allzu sehr, ich bin von ihnen nicht stark betroffen. Ich könnte argumentieren, jetzt lass doch die Leute…. Nein, ich lasse sie nicht, weil ich sehe, wie stark einige Betroffene unter den Fehlerwartungen leiden. Es geht eben nicht nur darum ob ich mich persönlich verletzt sehe. Es geht auch darum, wie andere Betroffene mit Fehlerwartungen konfrontiert werden.

    Viele Leute haben einfach nicht auf dem Schirm, dass Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen auch eine Sexualität besitzen. Nun muss jeder ein Stück weit Sexualität erarbeiten. O. g. Betroffene haben gar nicht die Chance dazu. Sie werden einfach ausgeschlossen. Sie können gar nicht Fairness walten lassen, weil sie tabuisiert werden.

    Du schreibst, man solle locker mit Enttäuschungen und Zurückweisungen umgehen. Muss ich das wirklich, wenn dies strukturell wird? Ich finde, Leute sollten offen über ihre Verbitterungen reden dürfen. Ohne diesen Unterton „jetzt entspann dich mal…“

    Klar, man darf sich nicht selbst verhärten, sich selbst ein Loch buddeln. Aber man darf von einer Gesellschaft erwarten nicht verhärtet zu werden, sei es im Privaten oder in der Öffentlichkeit.

    Meiner Mutter bin ich sehr dankbar, dass sie sich von den Aussagen einiger Ärzte nicht hat blenden lassen. Sie musste mehr Zeit und Nerven investieren, als Eltern mit „gewöhnlichen“ Kindern. Nur, soll ich ihr dafür einen Schrein bauen und ewig auf den Knien liegen? Ich finde es sehr bemerkenswert, wie sie sich, für mich durchgebissen hat. Der Weg imponiert mir, das Ziel darf ich, dürfen andere von meiner Mutter erwarten. Was nicht geht ist „kümmer dich mal um dein Kind“ und dann wenig später „wann kommst du mal wieder mit zur Disco, man sieht dich so selten“

    Dein Text ist zu kurz gegriffen. Er klammert viele aus, die von strukturellen Enttäuschungen betroffen sind. Es geht nicht darum, keine Erwartungen zu haben. Es geht darum seine Erwartungen offen vortragen zu dürfen. Es geht darum das diese wahr genommen werden. Es geht darum, dass Erwartungen abgewogen werden, dass auch Platz ist für Verbitterung, Depression und vielleicht sogar Hass. Wir müssen scheitern lernen. Wir müssen als Gesellschaft ein Mindestmaß an gegenseitigen Erwartungen definieren. Nur dann kann „Scheitern“ erfolgreich gelingen

     
    • tinyentropy

      September 23, 2012 at 8:19 pm

      Ich danke Dir für Deinen Hinweis, denn in der Tat habe ich eine solche Problematik nicht bedacht. Ich spreche von normalen Umständen, ohne die von Dir genannten strukturellen Enttäuschungen. Das gilt ja auch zum Beispiel für häßliche Menschen, oder Menschen, die kaum Erfolg beim anderen Geschlecht haben.

      Ich finde es auch sehr richtig von Dir zu sagen, dass man sich durchaus beschweren darf, weil das eben wichtig ist, um sich Luft zu machen. Um ehrlich zu sein ticke ich selbst auch viel mehr in dieser Richtung, daher sind die obigen Überlegungen mehr als meine mir selbst auferlegten Mantras zu verstehen. Ich bin froh über Deinen Einwand, weil er mir aus der Seele spricht. Dennoch sind die oben genannten Mantras nicht falsch, sie werden nur in vielen konkreten Situationen utopisch.

      Bei der von Dir zitierten Zusammenfassung, die ich zu meinen Aussagen gemacht habe, fehlt auch etwas sehr wichtiges! Nämlich, dass man die Anerkennung, Unterstützung und Liebe, die man erfährt, zu schätzen wissen sollte, weil man es nicht als selbstverständlich ansehen darf.

      Freut mich, dass Du mich hier auf einen zu engen Blickwinkel aufmerksam gemacht hast und klarstellst, dass gewisse Erwartungen durchaus oder sogar zwingend berechtigt sind.

      Gruss und Dir einen schönen Abend!

       
  3. marien86

    September 23, 2012 at 9:11 pm

    Hallo tinyentropy,

    ich wusste, dass wir uns verstehen. 🙂

    Ein Verwandter bezahlt gerade sehr viel Geld für sog. „Coaching“ Dahinter verbergen sich ein paar Meditationsübungen, ein wenig psychologische und medizinische Beratung sowie ein bisschen „Schaka du schaffst es“ Gelaber. Als Geschäftsmann ist er großen Druck ausgesetzt. Einerseits eine gestandene Persönlichkeit, die alles andere als schwach erscheint. Anderseits ist er zerfressen von Ängsten, die man als Geschäftsmann nun mal hat.

    Mir scheint: die Gesellschaft macht es den Leuten sehr schwer enttäuschen zu dürfen. Weil es viele Pfade gibt, kann man sich schnell verirren. Man soll überall ehrlich und aufrichtig sein, man soll sich stets entsprechen. Man redet nicht über Schwächen. Und wenn doch, will man erwartbare Antworten (Vorstellungsgespräch) hören. Dazu kommt dann das Private. Guter Partner, guter Elter, guter Kumpel. Es geht nicht mehr darum zusammen zuleben, es geht um das „wie“. Wie erziehe ich meine Kinder richtig, was macht einen guten Kumpel aus? Man redet darüber zu wenig, es soll alles locker und entspannt sein. Als ob „Entspanntheit“ der Garant für gute Atmosphäre wäre.

    Mich nerven diese unausgesprochenen Erwartungen. Deswegen hat mich dein Beitrag ein wenig genervt. Natürlich hat man Erwartungen, ob man will oder nicht! Sie werden nur nicht offen ausgesprochen. Ich mache Niemanden Vorwürfe, wenn er oder sie andere Erwartungen hat. Ich erwarte aber, dass sie offen ausgesprochen und zu ihnen gestanden wird.

    Vieles in dieser Gesellschaft würde besser funktionieren, wenn nicht ständig in „Gut oder „Schlecht“ gedacht werden würde.

    Gruß, David Marien

     
  4. Pfeffermatz

    September 27, 2012 at 9:28 pm

    Das ist ein sehr schöner – und sehr ausführlicher – Artikel. Du beleuchtest da verschiedene Aspekte, die ich auch nach und nach gelernt habe: die ungeheuere Subjektivität der Dinge und insbesondere des menschlichen Handelns; die Wichtigkeit, nichts als Selbstverständllch hinzunehmen – daraus kann eine innere Einstellung der permanenten Neuentdeckung der Dinge folgen, den sogenannten „Anfängergeist“ (habe ihc mal in einem Meditationsbuch gelesen); die so gerne unterschätzte Bedeutung von Beziehungen in einem Leben; und die Fähigkeit, Sachen zu akzeptieren.

    Wie heißt es so schön?

    „Snnopy gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

    (Im Original steht da statt Snoopy was anderes, aber in diesen schwierigen Zeiten wollte ich wertneutral sein ;))

     

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