RSS

Archiv der Kategorie: Philosophie

Galerie

Sispeks | Skepsis – Alles hat zwei Seiten

Der moderne Mensch ist gebrochen. Er lebt zwischen Vernunft und den Sehnsüchten seiner romantischen Gefühle. Seine Suche nach Wahrheit und Gewissheit verläuft ähnlich wie Sisyphos Schicksal und lässt ihn am Sinn des Lebens zweifeln. Die stetige Ergebnislosigkeit seiner Bemühungen führt den Menschen hinein in eine Stimmung der Melancholie, aber sie muss nicht in eine hoffnungslose Depression führen. Der Melancholie lassen sich stattdessen positive Aspekte abgewinnen. Denn zu wissen, dass unser Schicksal unbestimmt und offen ist, verschafft uns die Freiheit unser Leben zu gestalten. Die melancholische Seite unserer Existenz sollten wir spielerisch nehmen und uns den Umgang damit erleichtern. Optimismus und Leichtigkeit helfen uns, das Leben trotz allem zu genießen. Denn in der gesunden Skepsis steckt jede Menge positives.

Diese und andere Erkenntnisse verspreche ich Euch bei der neuesten Ausgabe des philosophischen Radios:

=> http://podcast-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/60/605148/wdr5dasphilosophischeradio_2015-01-02_20-05.mp3

Werbeanzeigen
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Januar 15, 2015 in Philosophie, Top Artikel

 

Konvivialismus

Ich pflege gern ein Leben fernab aller Ideologien. Gott sei Dank spüre ich kein Bedürfnis danach, meine Sicht auf die Welt in ein einfaches Schema zu fassen. Stattdessen ertrage ich bisweilen meine Orientierungslosigkeit und arbeite beständig an meinem Verständnis der Welt.

Auch inhaltlich finde ich mich in den gängigen Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts nicht wieder. Ob Liberalismus, Kommunismus, Anarchismus oder Kapitalismus: Alle diese Denkschulen wirken auf mich zu starr und dogmatisch. Sie definieren sich vor allem durch ein Schwarz-Weiß-Denken und durch die paranoide Abgrenzung zu den anderen Ideologien. Dies sind wohl auch die Gründe, warum in ideologisierten Gesellschaftssystemen Andersdenkende diskriminiert, ausgegrenzt und verfolgt werden. Sich nicht zu den vorgegebenen Normen einer Ideologie zu bekennen, heißt demnach zwangsläufig auf der schwarzen Seite des Denkens zu stehen und deshalb schädlich für das herrschende System zu sein.

Trotz allem haben alle diese ideologischen Denkschulen etwas gemeinsam. Sie versuchen das gesellschaftliche Leben in Bahnen zu lenken und die Triebkräfte der Menschen modellhaft zu erfassen. Es handelt sich also um Modellannahmen über den Menschen und die Gesellschaft. Die meisten dieser Modelle haben sich als unbrauchbar erwiesen. Zum Beispiel wird das häufig über den Kommunismus gesagt. Aber was genau bedeutet das als Konsequenz? Sollten wir unsere Bestrebungen einstellen, wenn unser Modell zu kurz greift?

Read the rest of this entry »

 
6 Kommentare

Verfasst von - Oktober 19, 2014 in Philosophie

 

Alle Möglichkeiten ausgeschöpft

image

Beim Anblick des Rheins scheint die Antwort auf die Frage, ob wir nicht in der besten aller möglichen Welten leben, klar und eindeutig. Es sieht doch ganz danach aus. Aber dies ist nur ein Moment und es ist ein privilegierter. In Afrika, wo zur Zeit die Seuche Ebola schrecklich wütet, würde die Aussage, dass die Welt von Gott so perfekt wie eben möglich eingerichtet wurde, zu recht als zynisch empfunden werden.

Read the rest of this entry »

 
15 Kommentare

Verfasst von - September 19, 2014 in Philosophie, Top Artikel

 

Ontologische Altersängste

Ganz schön harter Tobak, worüber Du hier schreibst. Hatte etwas Mühe zu verstehen, was Du kritisierst. In der Informatik wird nämlich der Begriff „Ontologie“ im Sinne einer Begriffssystematik verwendet, siehe die Gene Ontology, weshalb ich den von Dir beabsichtigten metaphysischen Bezug erstmal nachlesen musste.

Wenn ich es richtig verstanden habe, kritisierst Du, dass die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften von einigen Wissenschaftlern ignoriert bzw. fehlinterpretiert werden, um die Vorstellung eines von den Gehirnfunktionen losgelösten Bewusstseins noch immer aufrecht erhalten zu können. Ein spannendes Thema, wie ich finde.

Der Streit um die Trennung von Körper und Geist reduziert sich meiner Meinung nach auf die medizinischen Beobachtungen, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen in Folge von Defekten im / am Gehirn fast beliebig modifizieren lässt. Daher ist klar erkennbar, dass sich das Phänomen Persönlichkeit auf einer materiellen und funktionellen Grundlage abspielt. Anders ausgedrückt, es gibt keine Trennung und keine beständige Persönlichkeit.

Platz sehe ich da allenfalls noch für die „Seele“, die meiner Vorstellung nach so eine Art individueller Lebensgeist sein könnte, der aber nichts mit der Persönlichkeit zu tun hat. Ein trauriger, weil nicht tröstlicher Gedanke. Was soll das sein!? Eine Art Kerzenflamme ohne Struktur, Form, Farbe und Geruch? Wo bliebe da der tröstende Gedanke, einen Verstorbenen im Jenseits noch einmal erfahren zu können. Daraus wird verständlich, warum man sich gerne das Bewusstsein eines Menschen als etwas unvergängliches vorstellen möchte.

Diese Vorstellung würde allerdings nur unter der Annahme funktionieren, dass ein „gesunder Körper“ noch am besten dieser bewusstseinsbehafteten Seele Ausdruck verleihen kann und sich diese Ausdrucksweise mit Krankheit und Alter verliert. Der Körper wäre also nach klassischer Vorstellung ein Gefäß und diese These kann auch die Neurowissenschaft nicht widerlegen.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Oktober 17, 2013 in Philosophie

 

Auf der Suche nach neuen Gedanken

Wir leben in der Moderne, wir sind die Avantgarde. Nach uns kommt höchstens noch die Zukunft und deren Ausprägung bestimmen letztendlich auch wir.

Read the rest of this entry »

 
8 Kommentare

Verfasst von - Oktober 14, 2013 in Philosophie, Tiny's Gedanken

 

Der Sinn des Lebens

Ein gewaltig vielversprechender Titel für eine kleine Alltagsbeobachtung – so muß das sein! 🙂

Denn ich werde hier nicht über Gott, die Wiedergeburt und das Jüngste Gericht sprechen. Nein, ich rede heute von Herbert an der U-Bahn und seinen Sinn des Lebens. Vielleicht können wir davon alle etwas lernen.

Wenn ich morgens am Hauptbahnhof aussteige, dann ist Herbert immer schon da! Das ist wahrscheinlich kein besonderes Kunststück für ihn, denn dafür könnte es einen einfachen Grund geben: Es scheint so, als ob Herbert irgendwo in der Nähe des Bahnhofs seine Nächte verbringt; vielleicht unter freiem Himmel, wer weiss!? Herbert wirkt ein bißchen heruntergekommen und hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Aber er ist ein sympathischer Mensch, der hilfsbereit ist. Sobald ein Zug einfährt, schlägt Herberts Stunde. Er nennt lautstark die Zugnummer und weist die Leute darauf hin, wenn der Zug nicht mehr weiter fährt, weil er an der Endhaltestelle angekommen ist. Und falls der Zug aus der Taktung fiel, wird dies von Herbert ebenfalls kommentiert. Kein Zweifel: Herbert ist ein Nahverkehrsexperte!

Das ganze hat leicht autistische Züge, würde ich sagen. Aber positiv betrachtet hat sich Herbert einfach eine Beschäftigung gesucht, die seinem Leben einen Sinn verleiht. Und darauf will ich hinaus. Wir benötigen einen Lebenssinn für das Leben selbst und nicht erst für den Tod. Das ist zwar keine „bahn“-brechende Erkenntnis, aber immerhin geht es hier um Züge 😉 Herbert jedenfalls wird von seinen „Kollegen“ geschätzt und in Fachgespräche mit einbezogen, was ich richtig toll finde.

Wie Herbert in Wirklichkeit heißt, habe ich übrigens noch nicht rausgefunden. Mal schauen. Man sieht sich ja noch öfters. Und eines steht fest: Er wird pünktlich sein!

 
3 Kommentare

Verfasst von - August 16, 2013 in Nur so...., Philosophie, Tiny's Gedanken

 

Daniel Herbst: Gedanken, – wirklicher als das, was ist?

Ein sehr interessanter Artikel über die Sicht auf die Welt und die Natur von Dingen und Aussagen. Daniel Herbst sagt uns, dass die Widersprüche nicht in den Dingen liegen, sondern in unseren Gedanken über die Dinge. Und das stimmt. Denn offensichtlich existieren die Dinge, die wir als widersprüchlich wahrnehmen, und durch ihre beiderseitige Existenz ist belegt, dass sie sich nicht ausschliessen.

Wie sieht es aus, wenn wir nicht von Dingen der materiellen Wirklichkeit oder von Fakten, sondern von Meinungen sprechen!? Fakten bzw. Wahrheitsaussagen unterliegen den Gesetzen der Logik und für die Logik ist der Widerspruch ein zentrales Element der Wahrheitsfindung. Bei Meinungen kommen neben logischen Schlussfolgerungen zudem noch Annahmen über die Welt hinzu, welche sich dem logischen Kalkül entziehen. Entweder man ersetzt diese irrationalen Komponenten der Meinungen durch logisch begründbare, aufeinander aufbauende Argumente oder man muss sich klar machen, dass sie zum Wahrheitsgehalt nichts beitragen. Auf dieser Ebene ist es – wie Daniel Herbst sagt – so, dass verschiedene Meinungen nicht gegeneinander aufgewogen werden können und Widersprüche zwangsläufig Teil der Diskussion sein werden.

In Bezug auf die Erkenntnisse über die Welt muss man sagen, dass wir Menschen die Welt begreifen, indem wir uns mentale Modelle von der Wirklichkeit machen. Unsere Modelle sind natürlich nicht perfekt und es können Widersprüche entstehen, die aber wiederum nichts mit den Dingen an sich zu tun haben.

Ich finde den Artikel über die Aussagen Daniel Herbst sehr, sehr interessant und es hat mich nachdenklich gemacht. Danke an satyamnitya für diese Anregung!

nit möööglich!


dahe
Wir widersprechen einander auch dann nicht, wenn wir uns widersprechen. Da ist kein Widerspruch!

Die Dinge an sich sind nicht widersprüchlich. Die Widersprüchlichkeit spiegelt uns nicht, was ist, sondern was wir über das, was ist, denken. Sie spiegelt uns, wie wir es empfinden und was wir davon halten. Die Widersprüchlichkeit kann also nicht aufgehoben werden, indem wir denjenigen, der uns zu widersprechen scheint, mundtot machen oder das, was uns stört, vernichten. Nein, sie ist in deiner und meiner Gedankenwelt zuhause. Sie nährt sich von unserem Zuspruch. Es geht nicht darum, das eigene Empfinden zu leugnen, sondern darum, es einfach so sein zu lassen, wie es gerade ist. Es ist erlaubt, einen anderen nicht zu mögen. Warum nicht? Kein Problem! Einen anderen nicht zu mögen, erzeugt keinen Widerspruch. Es ist ein Widerspruch! Mich selbst nicht zu mögen, erzeugt ebenfalls keinen Widerspruch. Es ist ein Widerspruch!

Die Widersprüche haben „alles Recht der…

Ursprünglichen Post anzeigen 465 weitere Wörter