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Blick in den Spiegel

21 Jan

Deutschland ist mit Blick auf die Demografie auf Zuwanderung angewiesen. Wer das als einen Mythos der Lügenpresse abtut, der ignoriert die Faktenlage. Die deutsche Wirtschaft braucht gut qualifizierte Menschen aus dem Ausland und die Gesellschaft profitiert davon in vielen Aspekten. Deutschland nach außen abzuschotten wird nicht funktionieren.

Aber es ist leider historisch, dass sich die Deutschen für etwas besonderes halten. Mit Fremden tun sie sich schwer. In der Nazizeit zeigte sich brutal, wohin das führen kann, wenn dies von Populisten ausgenutzt wird.

Zwar hat sich diese Haltung der Deutschen grundlegend verändert, aber letztendlich sollte man sich klarmachen, vor welchem besonderen Hintergrund wir Menschen aus dem Ausland in unser Land bitten.

Damit will ich nicht von einer Demutshaltung sprechen. Es ist schließlich klar, dass Menschen hier nach Deutschland kommen, weil sie sich wirtschaftlichen Nutzen davon versprechen. Aber es ist fundamental wichtig, sich in die Gefühlslage der Immigranten zu versetzen. Dann begreift man nämlich, das es freie Menschen immer auch Überwindung kosten wird, sich von der Erinnerung an die historischen Ereignisse in Deutschland loszusagen, die Koffer zu packen und hier ein neues Leben aufzubauen.

Um es klar zu sagen: Ich würde es als Migrant nur tun, nachdem sich andere Alternativen, wie zum Beispiel Amerika, als nicht zu realisieren erwiesen haben.

Es ist doch so, dass die meisten Menschen den Charakter eines Volkes als ziemlich unveränderlich empfinden. Dies sieht man aktuell am Umgang der Deutschen mit den Griechen. Was also werden Ausländer über uns Deutsche denken, unabhängig davon ob Bilder wie von der WM 2006 für ein positiveres Image werben?

Dies alles sind doch Dinge, die man nachvollziehen kann. Es sind keine wilden Theorien von abgehobenen Politikern. Diese Dinge kann nachempfinden, wer seine Mitmenschen generell achtet und sich in ihre Gefühlslage hineinzuversetzen versucht. Sofern man selbst einmal den Kontakt mit dem Ausland hatte, ist es doch intuitiv nachzuvollziehen,wie schwer es ist, eine Heimat in der Fremde zu finden. Um allein die Sprachbarrieren überwinden zu können, kommt es darauf an, dass man eine positive Haltung zu der neuen Heimat mitbringt. Dafür ist entscheidend, dass ein positives Grundvertrauen in die Gastgebergesellschaft möglich ist und dieses Vertrauen im Laufe der Zeit vielfache Bestätigung erhält. Aber damit tun wir Deutschen uns schwer. Auch wenn wir ganz sicher sehr große Fortschritte gemacht haben. Doch können wir nicht erwarten, dass diese Fortschritte auch im Ausland direkt erkannt werden. Die menschliche Wahrnehmung in dieser Hinsicht ist sehr träge.

Was bedeutet das nun? Es bedeutet, dass wir die Menschen ganz anders willkommen heißen müssen. Wir müssen sie wertschätzen. Wenn wir dies nicht tun, und uns stattdessen Pegida-Demonstrationen anschließen, passiert aber folgendes. Dann kommen nämlich wirklich nur die Menschen, die die Verzweiflung zu uns treibt. Sie kommen unabhängig davon was für eine Haltung sie gegenüber Deutschland haben. Die Integration dieser Menschen ist richtig schwierig. Denn Sie leben in existenziellen Krisen, in denen einzig und allein ihr Selbsterhalt zählt. Das kann man ihnen überhaupt nicht übel nehmen, es ist zutiefst menschlich. Auch solchen Menschen müssen wir helfen. Sie sind auf unsere Solidarität angewiesen. Ihre Integration in unsere Gesellschaft kann aber nur gelingen, wenn es in der deutschen Gesellschaft bereits eine Mehrheit gelungener Beispiele von Integration gibt.

Unser Ziel muss sein, um neue Mitbürger zu werben, die sich auf Deutschland freuen. Die hier nicht den Kompromiss suchen. Die Deutschland wegen seiner Menschen und Kultur anderen Alternativen vorziehen. Weil sie ein positives Bild uns Deutschen haben.

Pegida führt uns davon weg und begünstigt damit genau die Konflikte, gegen die es Protest erhebt. Und genau das ist das Problem. Es ist Kalkül. Bündnisse wie Pegida möchten keine Konflikte lösen, sondern sie schüren. Dagegen müssen wir klare Zeichen setzen. Deshalb sind die Gegendemonstrationen so ungeheuer wichtig.

Siehe auch:
In einem fremden Land – Worüber wir Deutschen öfters mal nachdenken sollten

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Verfasst von - Januar 21, 2015 in Gesellschaft

 

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