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Alles flat

14 Aug

Zur Oberflächlichkeit der Moderne passt scheinbar gut der Wunsch nicht allzu sehr in die Tiefe gehen zu müssen. Alles soll möglichst “flach“ sein – das gilt für Hierarchien wie auch für die abendliche Fernsehunterhaltung.

Flaches Design ist offenkundig der neue Schick für die Gestaltung von Produkten. Und manche Resultate, wie zum Beispiel flat screens auf dem TV-Markt, sehen unbestritten schick aus. Ihre kompakten Abmessungen sind überdies ein echter Mehrwert.

Aber natürlich kann man es bei all dem Wahn schnell übertreiben. Dann werden alte Konzepte vorschnell platt gemacht, die man besser hätte unverändert lassen sollen. Ein Beispiel hierfür sind die neuen flat designs von Smartphone Betriebssystemen. Die sehen nämlich meiner Meinung nach alle beschissen aus.

Mit flat designs angefangen haben Microsoft bzw. Apple, und wie so oft in dieser Branche, wurde es in der Folge von allen Mitbewerbern kopiert. Neuestes Beispiel ist Google’s Playstore.

Im Playstore werden die Inhalte nun auch auf die markante “flache Weise“ präsentiert. Dafür charakteristisch ist das Weglassen von Linien und Kanten, welche einzelne Bereiche voneinander trennen sollten. Stattdessen wird die Trennung von inhaltlichen Abschnitten nur noch durch farblich unterlegte, aneinander stoßende Flächen visuell unterstützt. Zudem erscheinen Symbole und Schalflächen flacher, weil Schatten und 3D-Effekte weggelassen wurden.

Der Verdacht liegt nahe, dass auf diese Weise das visuelle Erfassen von Informationen durch den Nutzer erleichtert werden sollte, weil weniger Details vom Gehirn aufgenommen werden müssen. Aber dieser Anspruch hat sich meiner Meinung nach nicht erfüllt. Es sieht einfach alles viel unübersichtlicher (weil weniger strukturiert) aus und zudem noch optisch weniger ansprechend, d.h. reizarm und somit wirklich flach.

Vielen Nutzern scheint es trotzdem zu gefallen. Ganz einfach, weil es etwas vermeintlich neues ist. Aber nüchtern betrachtet handelt es sich schlicht und ergreifend um einen technischen Rückschritt ohne erkennbaren Nutzen für die User. Lohnenswert ist die Sache nur für die Entwickler von Betriebssystemen und Apps, da sich ihr Aufwand reduziert und die detailarme Darstellung ressourcenschonend ist. Witzigerweise läuft Apples neues iOS aber trotz des Minimalismus weniger flüssig auf alten Geräten, so mein Eindruck. Daher mein Fazit: Es handelt sich bei flat designs um eine übereifrige Fehlentwicklung.

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2 Kommentare

Verfasst von - August 14, 2014 in EDV - Software

 

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2 Antworten zu “Alles flat

  1. infragesteller

    August 14, 2014 at 7:58 pm

    Da habe ich ein Problem weniger: ich verzichte immer noch gerne auf Handy/Smartphone… 😉

     
  2. Pfeffermatz

    August 16, 2014 at 6:33 pm

    Du hast mich neugierig gemacht, also habe ich mal das Gugelplaystore angeschaut. Ich finde die Optik ganz okay, im Gegensatz zu Windows 8. Die Windows-Kacke-Oberfläche finde ich tatsächlich total kachel… Also, die Kacheloberfläche finde ich kacke, meine ich.
    Ich muss daran denken, dass das ARD vor Jahrzehnten mal ihr Logo und das Erscheinungsbild dreidimensionalisierte, und dass das sehr klobig und erdrückend wirkte – was vor allem auffiel, als beim nächsten Reboot alles wieder auf flach umgestellt wurde.

     

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