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Was sich so tut auf der Welt

13 Mai

Momentan bin ich schweigsamer als sonst. Ich verfolge die Themen um mich herum beinahe teilnahmslos. Wieso, warum, weshalb – keine Ahnung. Es ist definitiv noch zu früh für das Sommerloch.

Dabei gibt es eine Reihe von Dingen, über die man schreiben könnte. Mir liegt zum Beispiel die Entwicklung von Europa am Herzen. Ich finde es schade, dass Europa von unseren Politikern so stiefmütterlich behandelt wird. Und ich würde mir charismatischere Führungspersönlichkeiten an der Spitze von Europa wünschen, anstatt der Personen, die dort momentan ihr Gnadenbrot erhalten.

Welch ein Schatz Europas Vielfalt ist konnte man am Wochenende bei dem ESC sehen. Auch wenn man sich über den musikalischen Gehalt der Veranstaltung streiten kann, vermittelt der ESC doch eine Vorstellung von der Vielfalt an Mentalitäten und kulturellen Eigenheiten, die sich unter dem gemeinsamen europäischen Dach vereinen. Das ist toll; ich mag das sehr! Es ist vielleicht das beste an Europa überhaupt, wenn man bedenkt, dass diese Unterschiede früher zu Kriegen zwischen den Ländern führten.

Diese innereuropäische Vielfalt macht es zur gleichen Zeit aber auch enorm schwer sich mit „den Anderen“ in Europa zu identifizieren. Und ich denke die Politiker in Europa tun noch zu wenig dafür, dass sich die Menschen in Europa auch als eine Wertegemeinschaft fühlen, die sich einig in ihren Zielen ist. Stattdessen verkörpert Europa für mich derzeit größtenteils eine Wirtschaftsgemeinschaft. Das aber ist zu wenig auf Dauer. Dadurch bleibt auf fatale Weise ein nationalstaatlicher Geist erhalten, bei dem jedes Land nur auf seine eigenen wirtschaftlichen Interessen ausgerichtet ist und ein Konsens zum Wohle aller schwieriger zu erreichen ist.

Beim ESC konnte man meiner Meinung gut erkennen, dass Deutschland zur Zeit nicht besonders beliebt bei seinen europäischen Nachbarn ist. Elaiza hatte ich als einen Favoriten gesehen; gemessen daran haben sie auffällig wenig Punkte bekommen. Außerdem konnte man erneut beobachten, wie sich Nachbarländer gegenseitig die Punkte zuschanzen. Darüber haben sich die deutschen Medien in der Vergangenheit aufgeregt; zumindest insofern als es um die Länder der ehemaligen Sowjetunion ging. Dieses Jahr haben es die Deutschen aber kaum besser gemacht. Unsere Punkte gingen nach Holland, Dänemark und Polen. Bis auf Holland kaum verständlich, denn die Performances waren nicht besonders gut. Österreich bekam hingegen keine Punkte. Ein Schelm wer sich dabei böses denkt; die stärkste Konkurrenz sollte wohl nicht unterstützt werden. Alles in allem ein sehr kleinbürgerliches, auf den eigenen Vorteil bedachtes Abstimmungsverhalten der Deutschen – oder doch nur statistischer Zufall!? In jedem Fall hat es etwas positives, dass sich im Zuge der Eurpäisierung fast alle Länder mit ihren Nachbarn solidarisieren. Das war ebenfalls ganz anders im ungeeinten Europa.

Ein anderes Thema, das ich kurz ansprechen möchte, ist der NSA-Untersuchungsausschuss. Was sich unsere Politiker da wieder leisten ist traurig. Man duckt sich weg vor Amerika. Genauso wie man sich in Europa vor Russland wegduckt. Das mag tatsächlich gute Gründe haben, weil man die deutsche Wirtschaft nicht schwächen möchte. Aber irgendwie missfällt mir das. Europa wird sich auf lange Sicht mit starken Partnern / Gegnern in der Welt auseinandersetzen müssen. Es ist absehbar, dass diese Akteure noch an wirtschaftlicher Kraft zulegen werden, während diese Entwicklung in Europa rückläufig sein dürfte. Aus diesem Grunde finde ich es besonders wichtig gerade zum jetzigen Zeitpunkt starke Signale zu setzen, so lange man auf der Welt noch Mitsprache hält. Auch deshalb wäre es wüschenswert starke, charismatische Führungspersönlichkeiten an der Spitze von Europa zu haben. Länder wie China und Russland brauchen ebenbürtige Gesprächspartner; keine weichgespülten, ausgemusterten Bürokratenfuzzies.

Vor kurzem hatte ich ein gutes Gespräch mit meiner Mutter. Sie meinte es sei ein Problem der Demokratie, dass ihre politischen Führer bloß einen Job im Parlament machen würden, der auf eine relativ kurze Zeit begrenzt ist. Das eröffnet dem Prinzip „Nach mir die Sintflut“ Tür und Tor. In Königshäusern hingegen werden die Monarchen von Kindesbeinen auf ihre Rolle die Interessen des Landes zu vertreten herangezogen und es wird eine Lebensaufgabe. Ich denke, dass sie recht hat. Man muss sich einfach mal bildlich das Aufeinandertreffen zwischen dem „Zaren Putin“ und einem europäischen Spitzenbeamten bei Verhandlungen um die Krimkrise vorstellen. Da steht ein Wattebausch gegen ein klingonisches Schwert. Und Putin ist mit Sicherheit gerissen und intelligent, mit der Erfahrung eines Geheimagenten des KGBs. Also mir wird Angst und Bange bei der Vorstellung. Genauso, wenn ich mir denke, was die NSA über unsere Politiker weiss und gegen sie verwenden könnte, wenn sie nicht spuren. Politik dreht sich eben vor allem um Macht.

 

 

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2 Antworten zu “Was sich so tut auf der Welt

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