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Pünktlich wie die Bahn

30 Aug

Von wegen! Die Bahn ist überhaupt nicht mehr pünktlich. Wenn es etwas gibt, auf das man sich zu hundert Prozent verlassen kann, dann das!

Ich sitze gerade am Düsseldorfer HBF und warte auf die Abfahrt des Zuges. Aber nichts passiert. Stattdessen eine Durchsage, dass sich die Abfahrt wegen einer „betrieblichen Störung“ voraussichtlich um 15-20 Minuten verzögern wird. Wir schaffen es also nicht ein mal pünktlich loszufahren!

Sicher – das kann ja mal passieren! Aber es passiert ständig. Ich kann mich ernsthaft nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt mit der Bahn pünktlich an meinem Bestimmungsort angekommen bin. Das sind doch keine tragbaren Zustände. Alles bloß, weil so viel gespart wird. Oder ist es Unfähigkeit?

Ich kann es kaum anders ausdrücken: Für mich symbolisiert das Rot im DB-Logo inzwischen ein „rotes Tuch“. Mit der Deutschen Bahn kann ich gar nichts positives mehr verbinden. Wie seht Ihr das?

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6 Kommentare

Verfasst von - August 30, 2013 in Tiny's Gedanken

 

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6 Antworten zu “Pünktlich wie die Bahn

  1. marien86

    August 30, 2013 at 6:10 pm

    Hallo tinyentropy,

    ich nutze seit fast fünf Jahren die DBRegio (RB20 Oranienburg – Potsdam HBF). Über häufige Verspätungen kann ich mich da nicht beschweren. Obwohl es auch mal Zeiten gab, wo die Linie mal ausfiel oder der Zug sich verspätete.

    Meinem Empfinden nach, ist das in Ordnung. Wenn ich mir die wechselnde Baustellen-Situation in Berlin so anschaue, kann auch der Autofahrer durch Baustellen-Staus betroffen werden. Die kennt man meistens im Voraus, dennoch ist die Lage mit dem Auto nicht gerade rosig. (Wer von mir aus nach Potsdam will, muss entweder durch Berlin oder es umfahren. Beide Alternativen kosten Zeit und Nerven: Stau in BLN, Umweg übers Umland).

    Bei der S-Bahn Berlin tut sich wieder ein anderes Bild auf: regelmäßig verspätete Züge, ausfallende Züge, keine bzw. mangelnde Information. Auch wenn all das über die Zeit besser geworden ist, zufriedenstellend ist es noch lange nicht!

    Mein Großvater (Eisenbahn-Ing.) schmunzelt da nur. Als die DDR-Reichsbahn die S-Bahn (Gesamtberlin) betrieb, gab es dieses Chaos nicht. Ich glaube ihm das. Weil die Ings. wussten, dass Ersatzteile Mangelware waren, wurden die Züge umso öfter inspiziert, gewartet und gepflegt. Es ging nicht um (Personal)Kosten, es ging darum den laufenden Betrieb zu erhalten. Alles war darauf ausgelegt.

    Heute ist es umgekehrt: (Personal)Kosten müssen eingespart werden. Weniger Inspektionen, Wartungen und Pflege -> mehr Ausfälle. Dieses Grundprinzip wird auch bei der DB „Fern“ wirken. ( s. Verschleiß der Fahrstellenleiter).

    Die Autofahrernation BRD gibt der Schiene zu wenig Relevanz. Meine Eltern nutzen sehr wenig die Bahn. warum sollten sie sich dafür interessieren? Sie bekommen die negativen Auswirkungen gar nicht mit. Also erdulden sie die Situation, Hauptsache mein Vater kann < 120 auf der Autobahn fahren, da ist Priorität wieder da.

    Das ist nicht nur ein wirtschaftliches oder politisches Problem, es ist in erster Linie ein Problem der Priorisierung: wer nicht betroffen ist, findet andere Dinge wichtig.

    Gruß, David

     
  2. Estragon

    September 1, 2013 at 6:32 pm

    Okay, ich bin gerade hin und her gerissen. Zum einen gebe ich dir recht, dass die Bahn des öfteren nicht pünktlich ist. Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, wie oft du Bahn fährst? Wenn man sich die Pünktlichkeitsstatistik (http://www.bahn.de/p/view/buchung/auskunft/puenktlichkeit_personenverkehr.shtml) ansieht, dann sieht das nämlich eigentlich recht gut aus. Ausserdem finde ich es immer etwas gemein, die Bahn zu verplichten, doch immer auf die Minute pünktlich zu sein. Wenn ich mir nämlich die Menschen in meinem persönlichen Umfeld so ansehe, kenne ich niemanden, der immer pünktlich ist. Ganz im Gegenteil, ich kenne viele Leute, bei denen kann man darauf bauen, dass sie immer (!) unpünktlich sind. Diese Menschen, schreien aber auch als erste auf, wenn jemand anderes plötzlich nicht so handelt, wie es ihnen passt 😉
    Ein weiterer Punkt ist der ÖPNV. Hier kommen Busse und Tramm eigentlich viel öfter zu spät. Aber wo bleibt da der Aufschrei???
    Bitte nicht falsch verstehen. Mich stört es auch, wenn die Bahn wieder mal nicht pünktlich kommt. Aber es gibt wichtigere Dinge im Leben, bei denen es sich mehr lohnt sich mal aufzuregen 😉
    Viele Grüße!

     
    • tinyentropy

      September 1, 2013 at 8:59 pm

      Tatsächlich muss ich einräumen, dass es heute sogar mal.geklappt hat. Heute war die Bahn pünktlich.
      Ich fahre immer mal wieder Bahn, aber nicht oft. Es kann also sein, dass ich oft Pech habe. Das glaube ich aber nicht. Hier im Ruhrgebiet hat es die Bahn aber auch schwer, weil es sehr viele Reisende gibt und viele Haltestellen.
      All das ändert nichts daran, dass die Bahn früher mal einen sehr viel besseren Ruf bei der Pünktlichkeit hatte. Und das leistet sie heutzutage nicht mehr, da können auch diese Statisken nicht trügen. Als ich kürzlich mit einer Freundin sprach, die momentan in Japan lebt, und ich sie fragte, was ihr an Japan gefällt, bekam ich zur Antwort: Die Pünktlichkeit der Bahn. Und dass trotz der dichten Besiedlung des Landes und der ständigen Gefahr von Naturkatastrophen. Auf ihrem Rückflug kam sie übrigens fast zu spät zum Flughafen, weil ihr ICE Verspätung hatte. Ironie des Schicksals!? Gruss

       
  3. gnaddrig

    September 9, 2013 at 9:29 pm

    Es gibt genug zu meckern über die Bahn, und ich tue das ja auch immer wieder mal. Als Berufspendler bin ich mit der Bahn im Großen und Ganzen aber recht zufrieden. Ich fahre jeden Tag zweimal 50 km. Weil ich nicht umsteigen muss, stören mich die gelegentlichen 5 oder 10 Minuten Verspätung nicht sehr, und an den meisten Tagen sind die Züge unter 3 Minuten zu spät. Wenn Züge ganz ausfallen, liegt das häufiger an einem „Notarzteinsatz am Gleis“ oder durch fallende Bäume abgerissenen Oberleitungen. Technische Störungen an Zügen kommen auch vor, aber nicht so oft. An gefühlt 9 von 10 Tagen läuft es reibungslos.

    Bei meinen in den letzten Jahren nicht so häufigen Fernfahrten (2-3 Hin- und Rückfahrten zu je 180 km im Jahr) ist das Bild durchwachsener. Die ICs sind großenteils uralt, die Sitze sind durchgesessen und viele Türen permanent kaputt, da macht es manchmal keinen großen Spaß. Die ICEs, die von weit herkommen, sind schonmal deutlich zu spät. Außerdem fahren die sehr häufig mit veränderter Wagenreihung, sodass die Wagenstandspläne nutzlos sind und man schlimmstenfalls durch den ganzen Zug muss, um den reservierten Platz zu finden. Und die Reservierungen werden auch immer mal komplett versemmelt. Da gibt es bei einer von drei oder vier Fahrten bemeckernswerte Sachverhalte.

    Aber wirklich schlimme Sachen habe ich dort noch nie erlebt.

     
  4. gnaddrig

    September 9, 2013 at 9:32 pm

    Ob die Bahn früher besser war, weiß ich nicht. Ich bezweifle es aber. Früher musste die Bahn nicht so mit dem Flugzeug konkurrieren, und es war mehr Luft in den Fahrplänen, sodass manche Verspätung kaum auffiel. Ich erinnere mich, dass in den 80ern D-Züge fahrplanmäßig schonmal 20 Minuten Aufenthalt hatten, warum auch immer. Das war auch ein sehr guter Puffer zum Auffangen von Verspätungen. Das ist aber alles wegrationalisiert worden, zusammen mit dem Personal, und heute zieht eben jede Kleinigkeit, die früher keiner bemerkt hätte, gleich eine Kaskade von Verspätungen und Peinlichkeiten nach sich und versaut der Bahn den Ruf.

     
    • tinyentropy

      September 9, 2013 at 9:40 pm

      Ein paar sehr interessante Aspekte. Danke, das z.B. hatte ich so nicht gewusst.

       

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