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Avatare in Echtzeit

21 Mrz

Was ist ein Avatar? Nun, es ist eine künstlich geschaffene, möglichst authentisch und lebensecht wirkende Repräsentation eines Menschen. Beispielsweise eine Computergrafik, die uns in einem Internet-Chat verkörpern soll. Bei diesem Beispiel spricht man von einem virtuellen Avatar, im Gegensatz zu physischen Avataren, wie sie in dem bekannten Film „Avatar“ zum Thema gemacht wurden.

Aber bleiben wir bei den virtuellen Avataren. Im Internet werden Avatare benutzt, um unsere physische Abwesenheit an weit entfernten Orten zu kompensieren. So wird hoffentlich die Gesprächsatmosphäre bei der Kommunikation über die Weiten des Netzes aufgelockert. Avatare können stellvertretend für uns im Angesicht unserer Gesprächspartner agieren.

Was es dazu braucht ist ein detailliertes Computermodell unseres Gesichts. Und zusätzlich Abertausende mathematischer Operationen, um das Modell so lebensecht wie möglich zu simulieren. Dies alles ist heutzutage kein Problem mehr – wie ich in einem eigenen Artikel dieses Blogs über Visual Effects dargestellt habe.

Allerdings gibt es in Bezug auf die Animation von Avataren einen wichtigen Unterschied. Der Avatar muss in spontaner Weise auf unsere Spracheingaben reagieren. Das heisst, seine Gesichtsbewegungen müssen „in Echtzeit“ berechnet werden. Visual Effects für Unterhaltungsfilme werden hingegen einmalig designt und im Zuge der Fertigstellung eines Films während vieler Wochen auf leistungsfähigen Serverparks zuende berechnet. Ein wichtiger Unterschied, was die Komplexität der Umsetzung betrifft. Auch wenn die zugrundeliegenden Techniken der Simulationen in beiden Fällen sehr ähnlich sind, gibt es aus Gründen der Komplexität klare Begrenzungen für Echtzeit-Computergrafik. Diese Limitierungen betreffen insbesondere auch Computerspiele und es ist der Grund, warum Spiele noch nicht so realistisch aussehen, wie aktuelle Computeranimationen in Filmen.

Die Frage liegt nahe, was mit modernen Grafikkarten im Bereich der Echtzeit-Grafik auf PCs inzwischen möglich ist. Anders gesagt, wie werden die nächsten Generationen von Computerspielen aussehen und wie realistisch können animierte, virtuelle Avatare in naher Zukunft aussehen?

Auf einer Technikkonferenz präsentierte NVidia eine Live-Demo, die einen virtuellen Avatar vorstellt, der schon ziemlich lebensecht wirkt. Eine damit verbundene Anwendungsmöglichkeit ist, dass man sein Gesicht einscannen lässt und mit der richtigen Software einen personalisierten Avatar für die Kommunikation im Internet zur Verfügung bekommt. Das ist technisch schon realisierbar, allerdings kostet die von NVidia bei der Demo verwendete Grafikkarte ca. 10.000 Euro. Es wird also noch einige Jahre dauern, bis wir solche Highend-Technik in unserem Alltag antreffen werden. Trotzdem finde ich den gebotenen Einblick sehr interessant und ich fand, dass es eine gute Ergänzung zu meinem anderen Artikel über Computergrafik darstellt.

Mehr Infos dazu findet Ihr in den beiden englischsprachigen Videos begleitend zu dem Artikel und in dem verlinkten Heise-Artikel:

Heise.de: GTC 2013 — Techdemos zeigen Zukunft der Echtzeit-Computergrafik

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3 Kommentare

Verfasst von - März 21, 2013 in EDV - Software, Technik

 

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3 Antworten zu “Avatare in Echtzeit

  1. yt

    März 21, 2013 at 2:02 pm

    Mich hatte damals Final Fantasy sehr begeistert.

    Zum Glück fragt auch kaum jemand nach dem Sinn 😀
    Nicht nur, dass die Graka ein paar tausend Euro kostet, auch die Stromrechnung hat es in sich.
    Da fragt man sich, warum man den Mensch nicht einfach mal besuchen geht, statt ihn zu visualisieren 🙂

    btw: Tad Williams »Otherland« schon gelesen?
    Für Freunde der virtuellen Realität eine beachtenswerte Lektüre und großartiges Abenteuer.

    Mit vernetzten Grüßen,
    yt

     
  2. Pfeffermatz

    März 21, 2013 at 9:35 pm

    Naja, eine Grafikkarte, die heute 10.000 Euro kostet, könnte laut Mooreschem Gesetz in einigen Jahren in jedem iPhone stecken 🙂

     
  3. tinyentropy

    März 30, 2013 at 5:33 pm

    Aktuell:

    GDC: Unreal Engine 4 zeigt filmreife Render-Szenen in Echtzeit – heise online http://www.heise.de/newsticker/meldung/GDC-Unreal-Engine-4-zeigt-filmreife-Render-Szenen-in-Echtzeit-1832905.html/from/twitter

     

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