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Brainstorming für mehr Leistung

05 Feb

Ich glaube wir sind uns alle einig, dass das Ziel für unsere Gesellschaft noch mehr Leistung sein muss. Alternativlos. Wir stehen in einem globalen Wettbewerb und sind eine verhältnismässig kleine Population. Da muss jeder härter ran, damit am Ende der Output stimmt.

Der gewünschte Output – das ist bekanntermassen Wachstum. In der Zielvereinbarung steht also schon festgeschrieben, dass es um ein Mehr an Leistung, nicht um konstante Leistung geht. Wer auf der Stelle tritt, verliert auf dieser Welt. So scheint es. So lautet das Credo.

Ja, und nun frage ich mich (und Euch): Wie soll es mit dem Wachstum weitergehen!? Die meisten Potenziale scheinen doch schon ausgeschöpft worden zu sein: Öffentliche Güter, die sich als Finanzquellen gut verscherbeln liessen, sind so gut wie aufgebraucht. Rohstoffe haben wir in Deutschland wenig. Ob Fracking daran etwas ändern kann, wie im Falle der USA, ist fraglich.

Andere Rohstoffe könnnten wir derweil noch deutlich besser erschliessen. Ich spreche von der Ausbildung in unserem Land. Da könnte man sicher noch einiges herausquetschen. Aber ob das dann reicht!? Leider steht uns als Gesellschaft eben nur ein sehr begrenztes Humankapital zur Verfügung. Ein schwerwiegender Nachteil gegenüber anderen grossen Handelsnationen, den wir nicht so ohne weiteres knacken können. Aber mindestens sollten wir versuchen die Älteren in unserer Gesellschaft wieder in den Arbeitsmarkt mit einzubeziehen. Da liegt Kapital brach. Und warum sollen die nicht arbeiten? Sie haben schliesslich schon bewiesen, dass sie es konnten!

Was bleibt sonst? Ich bin ratlos. Durch Minijobs und Zeitarbeit wurde der Bereich prekärer Arbeitsverhältnisse (aka Sklavenarbeit) ja schon ziemlich weitgehend erschlossen. Kann man das noch ausweiten ohne den sozialen Frieden zu gefährden!? Naja, hoffen wir das mal. 😉 Ein bisschen mehr geht immer!

Obgleich, viel Spielraum ist da nicht mehr. Der Staat spart schon kräftig an der Altersvorsorge, weil prekär Beschäftigte keinerlei Altersrücklagen bzw. Sozialabgaben leisten können. Mist. Dabei ist dieses kurzfristige Sparpotenzial so attraktiv.

Gibt es denn noch Jobs in diesem Land, die wir in Billiglohnländer ausgliedern könnten? Das ist eigentllich immer eine hilfreiche Tat, um wenigstens Kosten einzusparen. Oder wir lassen gleich jedwede Drecksarbeit im Ausland für uns erledigen. Damit machen wir es uns einfach und könnnen die Löhne grösstenteils sparen. Hmm, eine ganze Menge super Ideen, aber…. verdammt noch mal! Diese Ideen des Finanzliberalismus sind ja alle schon ziemlich umfangreich umgesetzt worden in unserem Land. So ein Mist!

Gehen uns da nicht langsam die Handlungsmöglichkeiten aus? Wenn wir doch schon alles verscherbelt haben, die Löhne auf ein Mindestmass reduziert wurden und der Staat sich an vielen Stellen aus der sozialen Fürsorge heraushält, was kann man dann noch tun!?

Eine Möglichkeit wäre es, einfach alle Probleme in die Zukunft auszulagern. Jetzt noch gut leben und die Probleme an nachkommende Generationen weiterreichen. Das ist trickreich. Der Ansatz besticht mit Eleganz und Skrupellosigkeit! Heureka! So können wir weiter in Saus und Braus leben, ohne schlechtes Gewissen. Jawohl! …. Obwohl, Moment, auch das gibt es ja schon 😦 Hab ich beinahe übersehen. In der Art machen es der Staat und die Kommunen bereits so lange Zeit, dass wir – als die aktuelle Bevölkerung – schon längst selbst die ehemals „Zukünftige Generation“ darstellen.

Oh je. Wie unbefriedigend für mich als Wissenschaftler: Mir fällt fast nichts mehr neues ein. Ich bin zwar optimistisch, dass sich unsere Wirtschaftslenker wieder etwas trickreiches einfallen lassen werden. Aber dennoch möchte ich hier mal zu einem kreativen Wettbewerb aufrufen! Was fällt Euch denn ein, damit wir mit möglichst zwielichtigen Tricks für mehr Wachstum sorgen können!???

Am besten solche Ideen, die zu Lasten einer Teilgruppe unserer Gesellschaft gehen. Aus Erfahrung kann ich Euch sagen, diese setzen sich am besten durch. Das ist irgendwie attraktiv für die meisten Menschen. Sie fühlen sich erst gut, wenn es anderen schlecht geht. Sonst geht für sie die Gleichung nicht auf!

Also, das bitte unbedingt berücksichtigen! Und nun: Eure Vorschläge bitte!!!

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8 Kommentare

Verfasst von - Februar 5, 2013 in Gesellschaft, Tiny's Gedanken, Top Artikel

 

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8 Antworten zu “Brainstorming für mehr Leistung

  1. marien86

    Februar 5, 2013 at 7:04 pm

    Hallo Tinyentropy,

    habe ich nur die Ironie nicht erkannt oder meinst du diesen Artikel ernst, so von wegen „mehr Leistung bringen“ und „solche Ideen, die zu Lasten einer Teilgruppe unserer Gesellschaft gehen“. Hat dich irgend ein Zeitungsartikel gereizt, oder was könnte diesen Artikel erklären?

    Ach, und eine Idee hätte ich: Leuten das Bloggen verbieten! So kommen sie auf keine dummen Gedanken und können mehr Überstunden schieben!

    Gruß, David

     
    • tinyentropy

      Februar 5, 2013 at 8:51 pm

      Tja, ein bißchen Ironie solltest Du schon erkannt haben 😉 Aber gesellschaftlich betrachtet wollte ich das einfach mal zur Diskussion stellen.
      Bloggen ist auch durchaus produktiv. Zumindest nehme ich das für mich in Anspruch 😉
      Wir haben ja die meisten von mir beschriebenen Schritte bereits unternommen als Gesellschaft. Da sind ein paar neuerliche Ideen herzlich willkommen. *Achtung Ironie*

       
  2. Pfeffermatz

    Februar 5, 2013 at 10:11 pm

    Vielleicht werden jetzt unbedeutende Reserven zu den wertvollen Rohstoffen von morgen. So könnte es riesige Regenkraftwerke geben, und schon sind wir im Geschäft. Oder unsere dollen Autobahnen mitten in Europa werden zum Wirtschaftsfaktor. Und der Weltbedarf an Sozialpädagogen steigt immens, und plötzlich ist deutsche Arbeitskraft in aller Welt gefragt. Und die Autos von morgen fahren mit Unkraut…

    Im ernst: Tatsächlich ändert sich der Wert von Rohstoffen und Ressourcen (Wasser, Sonne, Wissen, Bildung, Infrastruktur, Muskelkraft,…) andauernd, alleine dadurch kommt es zu großen Verschiebungen. So kann es immer Wachstum geben, nur anders als man denkt.

     
    • tinyentropy

      Februar 6, 2013 at 1:37 am

      🙂 ein interessanter aspekt. was wir als wertvollen rohstoff betrachten, wandelt sich. stimmt. also gibt es doch auch hoffnung auf wahres wachstum, nicht bloß scheinwachstum.

       
  3. yt

    Februar 6, 2013 at 8:58 am

    Derzeit unternehmen Lobbyisten in der EU und in der gesamten Welt größte Anstrengungen, Intellectual Property zu vergolden.
    Deutschland nimmt dabei ein nicht unmaßgebliche Rolle ein.
    In vielen Ländern dieser Erde werden seit wenigen Jahren die Gesetze zum Schutz des „geistigen Eigentums“ immer weiter verschärft.

    Ansgar Heveling, man mag über ihn lachen, wird meiner Befürchtung nach Recht behalten.
    Der digitale Krieg ist im Prinzip schon verloren.

    Während dem ein oder anderen schon aufgefallen sein dürfte, dass Deutschland sich an Ressourcenkriegen beteiligt, ist nur wenigen bewusst, wie stark die Wirtschaftsspionage alltäglich geworden ist. Kursmanipulationen, Forschungsergebnisse, Strategien bis hin zur kompletten Raumüberwachung (Babyphone) in Ton und Bild. (Das meinen Lobbyisten wenn sie von Cyberterrorismus sprechen, verkauft wird das den Politikern mit Horrorszenarien vom Blackout)

    Während der Laie sich über Trivialpatente wundert, sind diese Patente längst schon das Firmenkapital, während Maschinen und Mitarbeiter höchstens noch als Abschreibungsobjekte Dienen.

    Unsere Bundesregierung hat als zweites Standbein den CO2 Zertifikate Handel. Dieser moderne Ablasshandel, bringt bei der Umweltverschmutzung genau genommen keine Linderung. Im Gegenteil, mit Einführung des CO2 Zertifikate Handels ist die Umweltverschmutzung im Industriebereich noch gestiegen.

    Sowohl der CO2 ZH, als auch das geistige Eigentum schaffen IMHO keine realen Werte. Sie leisten keinen Fortschritt. Ebenso wenig bin ich der Meinung dass Patente der Entwicklung helfen. Es lässt sich Geld damit verdienen, das steht außer Frage.

    Mein Blick in die Kristallkugel:
    Tatsächlich gab es kein Erfolgsrezept. Die Staatsverschuldung ist weiterhin gestiegen, ohne jede Verbesserung. Schäuble hat lediglich 2010 soviel Geld geliehen, dass er in den Folgejahren weniger brauchte.
    Damit hat er die Neuverschuldung nur vorgezogen. Durch dieses „Vorziehen“ gab es zwar gute Zinskonditionen, die aber auch mindestens 3 Jahre eher Zinszahlungen aufwarfen. Dieser Bumerang wird, so Schäubles Kalkulation die nächste Legislaturperiode treffen. Der SPD wird man wieder vorwerfen sie können nicht mit Geld umgehen.
    Szenario Schwarz Rot (wir berreinigen alle Zahlen und fangen wieder bei Null an)
    Szenario Schwarz Grün (die Grünen und die Umweltpolitik kosten zu viel)

    In der Zwischenzeit wird das Internet weiter eingeschränkt. Google ist da williger Erfüllungsgehilfe, solange die Kasse stimmt und sie ihre Monopolstellung behalten. Und das werden sie.
    Deutschlands neue Ressource sind die immateriellen Güter Rechte, und die passenden Anwälte dazu.

    Computer, so wie wir sie kannten, die alles konnten, werden eingeschränkt.
    Die CPUs laufen nur noch mit „genehmigten“ Betriebssystemen.
    GPUs sollen Energiesparen und werden reglementiert.

    Durch die Patentkriege bleiben bald nur noch wenige Großkonzerne.
    So auch bei der gesamten Infrastruktur des Internets.
    Die Auflagen für den Datenschutz werden so hoch geschraubt, dass kleine Provider und Hoster verkaufen müssen. Der effektive Datenschutz wird durch OptOut Gesetze ausgehöhlt.
    (btw Es gibt bereits Datenbanken mit unwilligen Kunden, die das „DoNotTrack“ Flag im Browser setzen)

    Alles in allem düstere Aussichten.
    Aber ich habe Hoffnung, weil es Menschen und Blogs wie hier zum Beispiel gibt. Und davon nicht wenige.

    Jetzt werf ich schnell wieder ein Tuch über meine Kristallkugel, dieser Aberglaube und Hokos Pokus bringt nichts als Verschwörungstheorien mit sich 🙂 Und an so einen Quatsch glaube ich nicht.

    Zeit für ein zweites Frühstück.

    Mit gefaselten Grüßen,
    yt

     
  4. tinyentropy

    Februar 6, 2013 at 5:18 pm

    Grins 🙂

    Die Arbeitsagentur zeigt sich auch kreativ darin, mehr Leute in Lohn und Brot zu bringen:

    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/arbeitsagentur-in-augsburg-wollte-19-jaehrige-an-bordell-vermitteln-a-881825.html

     

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