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Der rote Drache verliert an Schwung

07 Nov

Seit vielen Jahren beobachte ich gespannt die unglaublichen Fortschritte der chinesischen Wirtschaftsmacht. Ohne Zweifel, bei dem Tempo und der Dynamik dieser Entwicklung muss man respektvoll erschaudern. Wenn ich mir vorstelle, dass in China ganze Städte in Windeseile aus dem Boden gestampft werden, während wir hier in Europa nicht einmal mehr die bestehende Infrastruktur langfristig unterhalten können, ist man gerne geneigt, ehrfürchtig den Kopf zu neigen. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass z.B. die Toiletten in öffentlichen Gebäuden über Monate nicht zufriedenstellend repariert werden, oder neue Gebäude über Jahre hinweg nicht fertiggestellt werden.

Mich beeindruckt vor allem, wie die Menschen in China an einem Strang zu ziehen scheinen. Es wirkt so, als ob sie ihr Glück auf die Zukunft vertagt hätten und einstweilen noch zu hohen persönlichen Opfern bereit sind. Ich möchte nicht sagen, dass ich das vorbildlich finde. Es ist einfach nur faszinierend, manchmal auch auf eine wahrhaft gruselige Art. Die Menschen stellen ihre Bedürfnisse hinter dem Ziel eines starken, mächtigen Chinas zurück. Ich persönlich glaube, dass da eine historische Kränkung nachwiegt. Denn Mitte des 19. Jahrhunderts, während der Opiumkriege, wurde China tief gekränkt von einigen europäischen Ländern, allen voran von Grossbritannien. Man muss sich vorstellen, dass China damals ein stolzes Kaiserreich war, das sich lange Zeit von dem Rest der Welt abgeschottet hatte. Ich meine gelesen zu haben, dass sich die chinesische Niederlage tief in das kollektive Bewusstsein des Landes hineingebrannt hat. Vielleicht ist dies ein Teilstück im Mosaik der Frage, warum sich die chinesische Bevölkerung so einig darin zu sein scheint, China zu alter, ihm angemessenen Grösse und Weltgeltung zurück zu führen.

In den letzten Jahren häufen sich aber die Meldungen, dass Chinas Wirtschaftsaufschwung längst nicht mehr so reibungslos verläuft, wie in den zehn Jahren zuvor. Die „Werkbank der Welt“ gerät zunehmend unter Druck durch Konkurrenz aus anderen Billiglohnländern wie Bangladesch, denn in China steigen aufgrund des steigenden Lebensstandards die Löhne. Ausserdem begehren die Menschen in China immer mehr politische Mitsprache, zumindest die, denen es nun besser geht. Eine unausweichliche Entwicklung. Dies bringt die Regierung in Schwierigkeiten und so ist es vielleicht nicht überraschend, dass es auch hinter den Kulissen der Kommunistischen Partei immer mehr zu kriseln scheint.

Um Chinas Staatsfinanzen scheint es gut bestellt zu sein. China hält enorme Devisenreserven und ist der grösste Gläubiger für die USA und Europa. Dies gibt China sehr viel Macht, nach der das Land auf der Weltbühne auch selbstbewusst greift. Aber China muss auch Konkurrenz in Form von Indien und Brasilien fürchten. Neueste Meldungen besagen, dass Chinas Aufschwung ins Stocken geraten ist und einige Regionen des Landes hohe Schulden anhäufen, darunter auch einstige Wirtschaftswunderstädte wie Dongguan. Und man darf auf keinen Fall vergessen, dass es extrem vielen Menschen in China noch immer sehr schlecht geht, was ihre Lebensumstände betrifft. Der Aufschwung basiert zu einem erheblichen Teil auf der Leistung von Wanderarbeitern, die oftmals Hungerlöhne erhalten und keine soziale Absicherung haben, die sie bei Arbeitsunfällen schützen könnte. Auch um die Meinungsfreiheit muss man sich nach wie vor Sorgen machen. Und zu guter letzt werden auch die natürlichen Ressourcen des Landes seit mehreren Jahrzehnten gnadenlos ausgenutzt. Auch das ist China. Ein faszinierend dynamisches, vielseitiges Land, das man aus der Ferne einfach nicht begreifen kann.

 

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14 Antworten zu “Der rote Drache verliert an Schwung

  1. marien86

    November 7, 2012 at 10:46 pm

    Hallo tinyentropy,

    Aus „Mit offenen Karten“ habe ich das Zitat „China wird alt sein, bevor es reich sein wird. Dort wurde es als vage Prognose formuliert, ich halte dies für durchaus zutreffend. Die VR China durchschreitet ökonomisch und technologisch das 20. Jahrhundert in 40 (?) Jahren. Das soziale Gefüge kommt nicht hinterher. Die Familien sind nicht „geeicht“ für die Ein-Kind-Politik, wir sind es eigentlich auch nicht, wir nehmen die Konsequenzen geringer Geburtenraten in Kauf. Wir haben die Wahl. Die Chinesen nicht.

    Die meisten der Chinesen leben noch so, wir unsere Vorfahren vor 100 Jahren hausten, ohne große Soziale Absicherung. Vom Feld in die Kiste.

    Ich kann diesem Modell nichts abgewinnen, wir sehen nur die goldene Spitze, die aus einem schlammigen Moloch besteht. Das Selbe kann man auch über Indien sagen, nur ist die indische Regierung nicht so verlogen wie die KPCh.

    Das mit der Dynamik ist schnell erklärt, wenn ein Land des 19. Jahrhunderts Technik des 20. Jahrhunderts einkauft, sind solche Wachstumsraten schnell möglich. Wissen ist schnell kopiert und adaptiert. Da intellektuelle Fähigkeiten gleich verteilt sind und die Chinesen viele Leute haben, haben sie halt mehr Beste der Besten als wir. Mit dem Rohstoffreichtum und der billigen Arbeitskraft Mensch, ist die bisherige Entwicklung kein Hexenwerk.

    Was man der KPCh anrechnen muss: sie haben extrem schnell erkannt, was die Uhr schlägt. Das ging schon nach dem Tod von Mao mit Deng los. Während in der DDR man noch an der reinen Lehre festhielt, hat Deng sofort den Schalter auf Kapitalismus gelegt. Sofort heißt hier 30 Jahre, ein Wimpernschlag der Geschichte. Dieses ideologische Umschalten finde ich als Politikwissenschaftler wirklich interessant: Konfuzius gestern out, heute in, „Reich werden ist glorreich“ gestern out, heute in usw. Ich denke, die wirtschaftlich/technologische Entwicklung ist nur neben-entscheidend. Die Hauptentscheidung wurde vor über 30 Jahren getroffen: der vollständige Wechsel des Denk-, und Ideologiebildes, in nur 30 Jahren!

    Zur kulturellen Vielfalt: schau dir die Fläche/Bevölkerungsanzahl/Völkeranzahl Europas an und vergleiche sie den selben Parametern für Europa, ich könnte wetten, Europa hat eine deutliche Anzahl an Völkern (und Sprachen!) Wenn ich mich richtig erinnere macht der Han-Chinese 95 % aus. Die restlchen < 50 Mill. teilen sich dann entsprechend auf.

    Bei nüchterner Betrachtung fällt auf, denke ich, dass vieles, was wir an China so toll finden, unsere Interpretationen in dieses Land sind. Dies soll keine Wertung sein. Wir schulden dem (Durchschnitts)Chinesen eine nüchterne Betrachtung. Einige wenige Kader sind an ihrem persönlichem Machterhalt interessiert. Sie dürfen treiben was sie wollen, solange es der Partei nicht schadet. Sie haben viele Millionen aus der Armut geholt, sie haben aber auch Millionen verhungern lassen, teilweise die Selben Kader haben diesen bei beiden Entwicklungen mitgewirkt. Wenn das Individuum einen geringen Stellenwert hat, kann man das Gemeinwesen ganz schnell "ummodellieren" Werte und Lebensweisen gibt die Partei vor.

    In Momenten wie diesen bin ich froh, dass wir mit Konservativen seit 40 Jahren über Bildungs- und Sozialpolitik streiten. Es ist anstrengend und ehrlich. Der rote Drache macht es sich einfach und verleugnet seine Glieder.

    Gruß, David Marien

     
    • tinyentropy

      November 7, 2012 at 11:02 pm

      Du entwickelst Dich mit Deinen klugen und ausführlichen Anmerkungen mehr und mehr zum heimlichen Ko-Autor dieses Projekts. 🙂 Davon profitiert der Blog, was mich ausgesprochen freut.

      Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten habe ich es dieses mal versäumt vorab „Mit offenen Karten“ zu schauen. Dabei hatte ich mir die entsprechenden Folgen schon rausgesucht.

      Indien finde ich auch sehr faszinierend und ich sehe grosse Unterschiede zwischen den beiden Ländern. Indien erscheint mir offener, vielleicht liegt es an der Kolonialgeschichte.

      Die 1-Kindpolitik ist eine krasse Angelegenheit. Aber was wäre ohne sie passiert!? Für die chinesischen Familien tut es mir dennoch leid.

      China wird sich noch grossen Problemen stellen müssen. Wir hier in Europa und die Menschen in den USA aber auch. Bin gespannt, wie die Welt aussehen wird, wenn ich in Rente gehe.
      Gruss

       
      • marien86

        November 8, 2012 at 9:43 pm

        Hallo tinyentropy,

        danke für dein Lob.

        Indien ist sicher interessant, man weiß aber noch weniger über diesen (Sub)Kontinent als über China. Indien ist eine Demokratie aber das Kastenwesen hat noch bis heute seine Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft.

        Die Menschheit hat in jeder Generation ihre Probleme zu lösen. Es ist immer spannend zu sehen, wie die Welt ausgeht, wenn man alt wird.

        Gruß, David Marien

         
    • exvitro

      November 7, 2012 at 11:30 pm

      Hey David,

      „Das soziale Gefüge kommt nicht hinterher. Die Familien sind nicht “geeicht” für die Ein-Kind-Politik, “

      Absolut Richtig, denn große Familien und komplexe Verwandschaftsbeziehungen sind ein Teil der chinesischen Kultur.

      „Die meisten der Chinesen leben noch so, wir unsere Vorfahren vor 100 Jahren hausten, ohne große Soziale Absicherung. “

      Du meinst _staatliche_ Absicherung. Die braucht man aber nicht wenn man eine große Familie hat. Ausserdem wenn ich ehrlich bin…Die sozialen Absicherungen die Deutschland hat sind auch nicht viel besser, denn in der heutigen Gesellschaft sind sie nicht nachhaltig. Das Krankenversicherungssystem das wir haben ist einfach schrecklich zum Beispiel.

      „Was man der KPCh anrechnen muss: sie haben extrem schnell erkannt, was die Uhr schlägt. Das ging schon nach dem Tod von Mao mit Deng los. Während in der DDR man noch an der reinen Lehre festhielt, hat Deng sofort den Schalter auf Kapitalismus gelegt. Sofort heißt hier 30 Jahre, ein Wimpernschlag der Geschichte. Dieses ideologische Umschalten finde ich als Politikwissenschaftler wirklich interessant: Konfuzius gestern out, heute in, “Reich werden ist glorreich” gestern out, heute in usw. Ich denke, die wirtschaftlich/technologische Entwicklung ist nur neben-entscheidend. Die Hauptentscheidung wurde vor über 30 Jahren getroffen: der vollständige Wechsel des Denk-, und Ideologiebildes, in nur 30 Jahren!“

      Hier muss ich Dir Unrecht geben. Was Deng Xiaoping gemacht hat war die Abkoppelung der Wirtschaft von der Politik. Und was das Denken und Ideologie angeht…Es hat sich seit tausenden von Jahren nicht viel verändert. Das besondere an China ist das es ein multikultureller Staat welches dennoch seine eigene Identität hat und unter unterschiedlichsten Herrschern überlebt hat, ohne sie dabei zu verlieren. Ob unter Mongolen oder Kommunisten – China blieb China und wird es auch in Zukunft bleiben.

      „Zur kulturellen Vielfalt: schau dir die Fläche/Bevölkerungsanzahl/Völkeranzahl Europas an und vergleiche sie den selben Parametern für Europa, ich könnte wetten, Europa hat eine deutliche Anzahl an Völkern (und Sprachen!) Wenn ich mich richtig erinnere macht der Han-Chinese 95 % aus. Die restlchen < 50 Mill. teilen sich dann entsprechend auf. "

      China hat 54 Völker (wenn ich mich richtig entsinne). Was die verbindet ist die Schrift. Die einzelnen Dialekte sind von der Phonetik her so unterschiedlich wie die Sprachen in Europa.

      Ganz im Allgemeinen ich würde sagen das bevor wir anfangen China "nüchtern zu betrachten" oder zu kritisieren, sollten wir zuerst mit uns selbst beschäftigen. Denn wenn wir es nicht tun – werden wir genau das verlieren was China über Jahrtausende hindurch bewahrt hat. Unsere Identität. Wir sind gerade auch gut dabei.

       
  2. exvitro

    November 7, 2012 at 10:51 pm

    Hey, ich habe mal in China gelebt (2005/2006) und kann Dir versichern das die Situation dort mit den öffentlichen Toiletten viel schlimmer ist wie hier 😉

    Was das andere angeht, dass alle an einem Strang ziehen, und persönliche Interessen nach Hinten stellen…Das ist eine Eigenschaft der Chinesen. Sie denken nicht so wie wir, relativ kurzfristig. Sie können über Jahrzehnte hinweg planen. Sie bekommen eine ganz andere Erziehung. Dort ist nicht das Individuum wichtig sondern die Gemeinschaft. Deshalb können sie es so machen.

    Das mit den Opiumkriegen stimme ich auch mit Dir überein. So wie ich China, Chinesen und ihre Art kennengelernt habe – sie werden sich dafür noch rächen. Und zwar mit Zinsen. Frage ist nur wann.

    Und zum Schluss:

     
    • tinyentropy

      November 7, 2012 at 11:06 pm

      Interessant, immerhin warst Du schon mal dort. Wie lange denn?

      Toiletten sind wohl überall auf der Welt grottenschlecht und einfach beschissen 😉

      Danke für das Video!

       
      • exvitro

        November 7, 2012 at 11:32 pm

        Etwas über ein halbes Jahr. Habe dort an der Beiwai studiert.

        Kleiner Tipp fürs reisen. Egal in welchem Land Du Dich gerade befindest. Falls du eine gute und saubere Toilette suchst – geh ins McDonalds. Das ist das einzige wofür diese Kette gut ist.

        Gern geschehen!

         
  3. marien86

    November 8, 2012 at 8:34 pm

    Hallo exvitro,

    mit deinen Ausführungen zu Deng hast du natürlich Recht: erst haben sie das rot und dann weiß angestrichen. Das Mauerwerk und das Inventar war und ist das Selbe.

    Was ich nicht beurteilen kann: das Innenleben der KPCh. China ist sicher nicht die KP. Wenn ich richtig erinnere wollten sie doch das „traditionelle China“ abschaffen. Damit sind sie offensichtlich gescheitert, dann nutzen sie Konfuzius, sie bauen doch jetzt solche Konfuzius-Zentren.

    China hat wenn ich mich nicht täusche, seine Identität auch deswegen bewahrt, weil sie sich einige Jahrhunderte abgeschottet haben. Das man sie mit Kanonenbomben und Krieg da wieder rausbombt, war eindeutig falsch.

    Darf ich China eigentlich nur beurteilen wenn ich ein klares (welches auch immer) Bewusstsein einer deutschen Identität besitze? Das hast du so nicht geschrieben, ich lese es so zwischen den Zeilen raus. Darf ich andere Menschen nur beurteilen, wenn ich ein klares Bild von mir habe?

    Mag sein, das wir unsere „Identität“ verlieren. Jeder soll sich sein persönliches Urteil bilden, ob dies positiv oder negativ ist. Wenn wir aber mit Fakten und Argumenten umgehen, darf doch eine Bewertung möglich sein. Ob diese dann objektiv (oder was auch immer) ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Wer sagt denn, das ein Leben als identitätslose Mutanten schlecht sein muss? 🙂

    Gruß, David Marien

     
    • exvitro

      November 9, 2012 at 12:31 pm

      Hi David,

      ja das war die Kulturrevolution damals. Schreckliche Angelegenheit.

      Die Isolation hingegen war nicht China sondern Japan. Und die USA (wer sonst?) kamen mit den Kanonenbooten unter Führung von Perry und haben sie gewaltsam geöffnet und somit diese Isolation beendet.

      Was die Beurteilung angeht. Ja, ich finde man kann nur dann über andere urteilen wenn man sich klar ist wo man selbst ist. Und bevor man solche Urteile bildet muss man Wissen wovon man redet. In deinem Post waren ein Paar recht oberflächliche und verallgemeinernde bzw. wertende Sätze. Wahrscheinlich ohne Absicht aber es ist nur natürlich für uns es so zu machen. Wir sind Menschen.

      Ein weiteres Problem welches ich damit gemeint habe ist das wir oft über andere Kulturen durch die Prisma unser eigener Kultur urteilen. Und das ist auch falsch – denn natürlich unterscheiden sich die Werte der Chinesen von unseren, abendländischen Werten und Weisen. Doch es heisst nicht damit das sie besser oder schlechter sind. Sie sind anders. Und gerade eine solche, neutrale Betrachtungsweise fehlt oft. Es gab mal ein Buch darüber von Edward Said nennt sich „Orientalism“. Kann ich dir empfehlen wenn Du dich für solche Sachen interessierst. Sollte aber auch mit einem kritischem Auge gelesen werden 😉

      Das andere ist das wir hier in Deutschland schon fast unsere (wobei ich eher eure schreiben sollte, da ich zwar schon seit 20 Jahren hier bin jedoch nicht von hier stamme) eigene Kultur verlieren. Deutschland wird weg globalisiert, die Deutschen sterben aus. Und das meinte ich damit das bevor man sich China zuwendet und die Probleme der Chinesen und der KPC sowie des Volkes diskutiert, etwas was hierzulande sehr viel gemacht wird (von Nicht-Sinologen) sollte man sich mit den Problemen im eigenem Land beschäftigen. Den sonst gibt es nichts mehr hier in 50-60 Jahren was noch deutsch ist. Und China wird noch in 200 Jahren chinesisch sein. Wir sollten eher versuchen von China zu lernen und es gibt sehr viele Lektionen welche sie für uns haben können.

      Als Beispiel möchte ich folgendes anführen. Als ich dort war bin ich auch gereist, und nicht nur in die Vorzeigedörfer sondern auch in das wirkliche Hinterland. Auch in den Städten habe ich sehr unterschiedliche Menschen getroffen. Jedenfalls habe ich auch viele Menschen kennengelernt welche einfache Arbeiter sind, einige ganz arm einige nicht so. Was mich jedoch immer wieder erstaunt hatte war das sie fast immer glücklicher waren als ihre deutschen Pendants. Mag sein das manche von ihnen in ganz schlechten Verhältnissen gelebt haben aber sie haben trotzdem das Leben an sich genossen und waren glücklich. Klar sie wollten mehr Geld haben, das Fehlen davon hat sie jedoch nicht davon abgehalten ihr Essen oder ihre Zigarette oder ein Gespräch oder Schachspiel zu genießen. Hierzulande hingegen – wir meckern über so ziemlich alles. Sind mit vielem unzufrieden, haben alles zum kritisieren 😉 Und obwohl wir hier einen höheren Lebensstandard haben gehe ich jede Wette ein das ein chinesischer Migrationsarbeiter irgendwo glücklicher ist als ein deutscher Büroarbeiter. Ist natürlich nur eine Theorie, man kann es nicht absolut verallgemeinern aber das ist der Eindruck den ich hatte als ich von dort zurückgekehrt bin.

      Hehe vielleicht sollte ich auch wieder hinfahren, bin selber zu viel am meckern 😉

       
  4. exvitro

    November 9, 2012 at 12:37 pm

    Oh zu den Identitätslosen Mutanten 😉 Ich glaube gar nicht das so ein Leben für die Mutanten schlecht ist (siehe Popkultur – etwas Identitätsloseres kann ich mir nicht vorstellen. Es wird alles rehashed und wiederholt was nur geht, es gibt kaum was Neues, eigenständiges.), wenn man nichts anderes kennt. Wenn man aber eine Perspektive von außen hat merken auch die das es schlecht ist hehe Besser Mutanten mit Identität sein!

     
  5. tinyentropy

    November 11, 2012 at 12:42 am

    Zum Thema Schnelligkeit der Umsetzung von Bauprojekten in Deutschland:
    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/berliner-airport-brandschutz-probleme-gefaehrden-eroeffnungstermin-a-866510.html
    Ich gehe davon aus, dass die Brandschutzbestimmungen in Deutschland natürlich sehr viel höher sind und deshalb vergleichbare Verzögerungen in China gar nicht passieren könnten, aber dennoch ist die Planung dieses Grossprojekts höchst peinlich auf internationaler Ebene.

     
  6. tinyentropy

    November 19, 2012 at 9:48 pm

    Wie China Millarden in Europa und vor allem Deutschland investiert:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-investiert-milliarden-in-europa-laut-pwc-a-868116.html

     
  7. tinyentropy

    November 22, 2012 at 12:24 pm

    Ein Beispiel dafür, wie wenig unsere Medien die wirkliche Entwicklung in China verstehen. Ein paar Tage nach den oben beschriebenen Meldungen hört man von denselben Medien ganz andere Töne:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/industrie-in-china-waechst-laut-umfrage-wieder-a-868648.html

     

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