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Eine unbequeme Wahrheit oder davon wie es ist, im Jahre 2012 ein Mann zu sein

14 Okt

Ich wünsche mir definitiv mehr Respekt von Frauen. Respekt uns Männern gegenüber. Das muss in dieser Deutlichkeit gesagt werden. Denn sonst prallt es ab von den Prinzessinnen dieser Republik, die gemeinhin zwar gerne und viel reden, aber nicht mehr zuhören können. Beim Kennenlernen achten sie nur noch auf Schlüsselworte des Gesprächs, die ihnen ein schnelles Scannen und Einsortieren des vermeintlichen Potentials eines Mannes erlauben. Der Rest interessiert sie nicht, sie sind in vielerlei Hinsicht oberflächlich. Man(n) kann es ihnen kaum noch rechtmachen. Und warum? Ich denke, vielleicht könnte es sein, dass die angesprochenen Frauen, die inzwischen eine Mehrheit darstellen, in ihrer Kindheit zu sehr verwöhnt wurden. Besonders von den Vätern.

Situation der Frau – gefangen in einem Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie

Dieser Punkt ist grundlegend für alles weitere. Daher will ich es kurz erläutern. Ich denke, es hat sich nichts daran geändert, dass Frauen ihre ultimative Erfüllung in der Gründung, Pflege und Erhaltung einer Familie finden. Das trifft nicht auf alle zu. Es gibt sogar recht viele Ausnahmen, aber diese sind nicht repräsentativ. Als zweiter wichtiger Punkt kommt die Selbstverwirklichung in beruflicher Hinsicht dazu, aber diese besitzt für Frauen noch immer eine geringere Priorität als für uns Männer und das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern.

Leider handelt es sich bei Familie und Karriere um zwei Konzepte, die sich nur sehr schwer zeitlich miteinander vereinbaren lassen. Dafür ist ein Masterplan notwendig. Deshalb muss die Karriere einer Frau schnell zum Ziel führen, bevor sie wegen der Kinder unterbrochen wird; sie kann dann später wieder fortgesetzt werden. Das setzt Frauen enorm unter Druck, denn die biologische Uhr gibt die Rahmenfristen unumstößlich vor. Deshalb habe ich viel Respekt vor den Frauen, die es schaffen all dies in Einklang zu bringen. Aber es ist nur menschlich, dass das Jonglieren mit beiden Konzepten für die meisten Menschen eine Überforderung darstellt. Im Konfliktfall tendieren Frauen nach wie vor dazu, sich erstmal der Zielsetzung einer Familie zu versichern. Dazu brauchen sie den passenden Mann, der die Familie finanziell absichern kann. So weit, so gut. Das passt ja auch.

Situation des Mannes – Projektionsfläche für überzogene Erwartungen

Doch irgendetwas droht aus der Balance zu geraten. Dreh- und Angelpunkt ist die Erwartungshaltung uns Männern gegenüber. Denn als Mann fühle ich mich bald nur noch auf die Funktion meiner Ernährerrolle reduziert. Als Person, d.h. als Mensch mit einem eigenen Charakter, werde ich nicht adäquat wahrgenommen. Frauen würden das abstreiten, da bin ich mir sicher. Und ganz so stimmt es auch nicht. Ein moderner Bilderbuchmann muss nämlich eine multiple Rolle erfüllen: Ernährer, Macher, Visionär, Karrierist, liebevoller Vater, treusorgender, verständnisvoller, einfühlsamer Ehemann, unterstützender, interessanter, vorzeigbarer, intelligenter, kultivierter Lebenspartner und körperlich äusserst markanter, wagemutiger Draufgänger. Ein Mann muss in der Aussenwirkung tough, der Beziehung zugewandt aber butterweich sein, dabei aber bloß nicht langweilig und nicht allzu viel zuhause. Werden wir diesen Ansprüchen nicht gerecht, dann kriegen wir das zu spüren.

Ich sag's mal platt: Eine Frau muß dahingegen nur zuverlässig, attraktiv, intelligent und liebevoll sein. Nichts davon im Übermaß. Eine solide Mischung daraus kann bei uns den Jackpot gewinnen. Übertreibe ich? Vereinfache ich zu sehr? Bin ich ungerecht? Ja, vielleicht.

Die hohe Erwartungshaltung uns Männern gegenüber macht sich in vielfältiger Weise bei der Kommunikation bemerkbar. Sowohl in der Kommunikation zwischen Mann und Frau beim Anbahnen einer Beziehung, als auch in Gesprächen zwischen Freundinnen, sofern wir sie als Mann mitbekommen.

Mann und Frau – Schwieriges Kennenlernen

Mir gegenüber äussert sich das z.B. so, dass an mich unmögliche Anforderungen gestellt werden.

Bin ich der Frau gegenüber zurückhaltend, zuvorkommend und charmant, gerate ich schnell in die Kategorie eines „guten Freundes“. So heisst es dann plötzlich nach einer Reihe von Dates mit eindeutigen Flirtsignalen beiderseits: „Oh, ich habe das alles immer nur als eine Freundschaft betrachtet. Du etwa nicht?„. Nein, habe ich nicht. Natürlich nicht, Schätzchen. Und das weisst Du auch! (willst es aber nicht zugeben, dass Du bis zu diesem Zeitpunkt nur gespielt hast und ich Dich völlig unvorbereitet getroffen habe)

Ist man hingegen forscher, gerät man schnell in die Falle, dass sich die Frau bedrängt fühlt. Auch nicht schön. Oft habe ich es so erlebt: Man lernt sich kennen und vereinbart ein Date. Beide freuen sich darauf. Das Date findet statt und verläuft augenscheinlich gut, denn es wird länger und länger. Aus der angepeilten Stunde wird schnell ein ganzer Tag, die Zeit verfliegt wie im Flug. Alles scheint bestens und auch die Verabschiedung läuft vielversprechend. Dann kommt ein Cut.

Aus Sicht des Mannes fängt nun die Zeit des Taktierens an. Denn wie es in der Jule-Sekt-Werbung so schön heisst, „Mädels, wir stossen darauf an, dass er angerufen hat und nicht ich!„. Also, der Mann muss sich melden. So wird das erwartet, denn dieser Tatsache misst Frau scheinbar ungeheure Bedeutung zu. Die Prinzessin will es, dass der Prinz die Burgmauern stürmt. Ja, das wissen wir Männer doch und machen es Euch gerne recht.

Aber in dieser Phase passiert oft folgendes. Der Kontakt schleppt sich nur noch so dahin. Mit einem mal ist irgendetwas anders. Aber warum? Tja, darauf kann es natürlich keine pauschale Antwort geben. Wer kann schon die individuellen Gründe kennen!? Aber wahrscheinlich wird nun für die Frau alles zu konkret. Sie müsste sich nun von einigen ihrer überzogenen Wunschvorstellungen trennen. Und zwar aus ihrer Sicht für immer, denn Frauen (um die 30) suchen immer etwas festes, am besten mit baldiger Option auf Heirat. Tja, und für immer ist eben verdammt lange; zu lange, um mit Kompromissen zu leben. Da sind wir Männer entspannter. Wir geben der Sache zunächst einmal auf unbestimmte Zeit eine Chance.

Auf Seiten von uns Männern ist etwas ganz anderes immer wiederkehrend ein Auslöser für Frust. Denn es wird allen Ernstes von uns erwartet, dass wir das seltsame, sich ins Abweisende gewandelte Verhalten der Frau fraglos hinnehmen. Sollte Mann auf die blöde Idee kommen, in dieser Situation nachzufragen, warum der Kontakt plötzlich ins Stocken geraten ist, laufen viele Frauen zur Höchstform auf. Sie beschweren sich völlig überzogen, dass man sie zu sehr unter Druck setze und überhaupt, wie man auf die Idee käme, es sei etwas ernsthaftes gewesen. Mädels, ganz ehrlich, da fühlt man sich als Mann schon verarscht.

Wie Frauen über Männer reden

Frauen untereinander sprechen auch oft nicht respektvoll von uns Männern. So als wären wir Männer nichts anderes als ein notwendiges Accessoire. Schuhe, die aus Zeitvertreib und Hobby geshoppt werden, um sie als Accessoires mit sich rumzutragen. Besonders bei jüngeren Frauen trifft man auf dieses Phänomen. Aber auch bei der Generation ab etwa Mitte Vierzig 🙂 Der Mann wird nur noch über seine materiellen Werte und seine Aussenwirkung bewertet. Bei diesen Frauen gehört ein Mann zur Ausstattung. Denn Frau erträgt es nicht gut, Single zu sein. Um das aber nach aussen hin zu kaschieren wird eine Story rund um wertvolle Zeit für sich selbst, Selbstfindung und die böse Männerwelt ersonnen. Und oft so fein ausgeschmückt, dass diese Story tatsächlich zur Wahrheit wird.

Eine verkrampfte Suche – Viele Wege offen, aber ohne Mann geht's eben nicht

Was sich seit früher vielleicht geändert hat, ist, dass Frauen viel verbissener nach dem „richtigen Mann“ suchen, fast schon panikartig ab einem bestimmten Alter. Und diese Altersschwelle fällt, weil die jungen Mädels es von ihren Müttern übernehmen. In der heutigen Zeit können Frauen sowohl im Bereich der Karriere als auch privat in der Familie die absolute Selbstverwirklichung erreichen, was beides früher in starkem Maße gehemmt war. Und ich will betonen, dass dieser Wandel gut so ist. Aber er erzeugt einen enormen Druck, der auf den Frauen lastet. Denn in einem Umfeld, in dem man beruflich und familiär alles erreichen kann, möchte niemand gerne zu den Ausnahmen gehören, die in der ein oder anderen Hinsicht doch „scheitern“. Insofern habe ich Verständnis für die schwierige weibliche Situation, falls ich sie denn richtig zu interpretieren vermag.

Fazit – Denkanstoss für die moderne Prinzessin im Elfenbeinturm

Aber ich will für mich und alle Männer klarstellen, dass wir uns den Respekt verdient haben, so zu sein und geliebt zu werden, wie wir sind; ohne in eine bestimmte funktionale Rolle gedrängt zu werden.

Liebe Frauen, verabschiedet Euch von Euren rosaroten Prinzessinnen-Träumen und unrealistischen Erwartungshaltungen. Sie passen nicht mehr in die heutige Zeit und versperren Euch den unbefangenen Blick in unsere Seelen. Denn entgegen des oft gepredigten weiblichen Mantras, es käme vor allem auf die inneren Werte an, nehmt Ihr uns so wie wir wirklich sind kaum noch wahr. Mit Blick auf meinen Freundeskreis stelle ich betrübt fest, dass Ihr die wirklich netten Kerle eiskalt links liegen lasst, weil sie Euch uninteressant erscheinen.

2012 ist die Zeit, um mit vielen weiblichen Mythen über sich selbst und die Männerwelt aufzuräumen. Die weibliche Emanzipation war gestern. Wir müssen mit den Folgen leben.

 

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41 Kommentare

Verfasst von - Oktober 14, 2012 in Gesellschaft, Tiny's Gedanken, Top Artikel

 

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41 Antworten zu “Eine unbequeme Wahrheit oder davon wie es ist, im Jahre 2012 ein Mann zu sein

  1. marien86

    Oktober 14, 2012 at 2:37 pm

    Hallo tinyentropy,

    du scheinst in letzter Zeit wohl schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Das ist schade und frustrierend zugleich. Ich will mir gar nicht anmaßen, deine Erfahrungen zu bewerten oder zu kommentieren. Außer in einem Punkt: du sprichst von „den Frauen“, du sagst, „Es gibt sogar recht viele Ausnahmen, aber diese sind nicht repräsentativ.“ Was bedeutet das Wort repräsentativ denn hier? Stimmts, wir befinden uns hier in Westdeutschland, in einer Schicht von gut ausgebildeten Menschen mit überdurchschnittlichen Einkommen. Von vielen Einzelkinderen, welche die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern bekommen haben.

    Bei einer ostdeutschen Verkäuferin, aus einer fünfköpfigen Familie sieht es ganz anders aus.

    Du sprichst von einem Masterplan bzgl. Familie und Beruf. Dieser Masterplan ist sicher notwendig, wenn eine Person in einer Firmenhierarchie aufsteigen will. Es gibt aber auch genügend Frauen, die halbtags arbeiten gehen wollen oder müssen. Sie haben aber dennoch eine Doppelbelastung, die gesellschaftlich von ihnen erwartet wird. Meine Mutter hatte bspw. nie die Möglichkeit Karriere zu machen, weil sie sich um ein schwerbehindertes Kind kümmern musste (mich) Dieses Rollenverständnis wurde von ihr erwartet, während ihr damaliger Freund fröhlich zur Uni gehen konnte, seine Karriere vorbereiten.

    Es tut immer weh respektlos behandelt zu werden. Meine Großmutter erzählte mir, wie es war als Dummchen vom Lande Fuß zu fassen. Welche Erwartungen in sie gesetzt wurden als Ehefrau, Schwiegertochter und Mutter. Da waren nicht nur Männer respektlos sondern eben auch Frauen gegen Frauen.

    Nun erleben wir, dass einige, viele Frauen uns mit der selben Kaltschnäuzigkeit behandeln wie Männer sie einst vor 30 Jahren behandelten. Da fällt mir Lady Bitch Ray ein, die es als Kunstfigur gut auf den Punkt bringt. Sie sagt sinngemäß, dass Frauen auch Schlampen sein dürfen, dass sie auch respektlos sein dürfen. Frauen müssen kein besonderes Verhalten an den Tag legen. Menschen haben ein bestimmtes Verhalten. Es ändert sich. Schubladen und Sterotype verkehren sich. Daraus folgt eben kein „besseres“ sondern ein „anderes“ Verhalten. Sie sagt aber dennoch das Respekt wichtig ist. Sie fordert halt Alle dazu auf, nicht nur bestimmte Gruppen. Wenn sich bestimmte Gruppen, dieser Anforderung entziehen, lässt sie sich halt nicht mehr aufrecht erhalten.

    Ich könnte mich als offensichtlich körperlich behinderter Mensch auch über das Verhalten des anderen Geschlechts mir gegenüber beschweren. Nur, würde ich, wenn ich der Norm entspräche, körperlich behinderte Frauen anders bewerten? Nein, das würde ich nicht, weil ich nicht die Erfahrungen gemacht hätte, die ich in der Situation eben gemacht habe. Ich kann es vielen Frauen gar nicht mal übel nehmen, wenn sie über mich denken, was sie denken.

    „Der geht ja an Stützen und hat so einen komischen Gang. Kriegt der einen hoch? Kann der was? Der tut mir schon irgendwie Leid. Im Kopf hat er ja was, aber reicht das für mich“

    Das bekommt man natürlich nicht ins Gesicht gesagt. Aber viele Frauen denken halt so. Und ich wirke halt sehr unsexy. Das passt in unsere oberflächliche Gesellschaft halt nicht rein. Dennoch weiß ich, dass auch viele „Prinzessinnen“ an eine Grenze gelangen, die sie nicht überwinden können. Auch sie werden respektlos behandelt werden, weil es eine strukturelle Respektlosigkeit gibt, die benachteiligt. Individuelle Respektlosigkeit ist das eine, mit ihr kann man umgehen. Strukturelle Respektlosigkeit, muss man ertragen, man kann sie nicht einfach in Gesprächen ausräumen.

    Wir sollten bei aller individueller Erfahrung nicht vergessen, dass es auch bestimmte Strukturen gibt. Es gibt immer Leute, die werden noch respektloser behandelt. Machen wir nicht den Fehler und reproduzieren bestimmte Strukturen, weil wir selbst Opfer werden.

    Gruß, David Marien

     
    • tinyentropy

      Oktober 14, 2012 at 3:16 pm

      Hallo! Ich spreche hier tatsächlich nur von der Generation verwöhnter Prinzessinnen, die aber inzwischen eine Mehrheit darstellen. Sie begegnen mir jedenfalls in der Mehrzahl.
      Ich wende mich gegen ein schiefes, selbstgerechtes Bild, dass diese Frauen von sich selbst und uns Männern haben. Natürlich waren die Verhältnisse mal genau umgekehrt. Damit kann sich aber meine Generation nicht mehr herausreden. Denn sie ist davon schon nicht mehr betroffen gewesen. Ich habe in vielen Gesprächen mit meinen weiblichen Bekannten mitbekommen, dass Frauen sich immer noch als Opfer sehen und schlecht über Männer denken. Das ist aber ein nicht gerechtfertigtes Bild in der heutigen Zeit und es nervt. Weil sich Frauen bekanntermaßen doch immer wieder gezielt die Arschlöcher ausgucken.

       
  2. marien86

    Oktober 14, 2012 at 5:42 pm

    Hallo tinyentropy,

    du hast natürlich vollkommen recht damit, dich gegen ein falsches Bild was einige Frauen von Männern haben, zu wehren. Es steht hier aber Aussage gegen Aussage. Du sagst, dass Bild ist falsch, viele Frauen sagen, es ist richtig. Und nun?

    Ich will gar nicht abstreiten, dass der Verbleib in der Opferrolle für einige Menschen sinnvoll und auch gefährlich ist. Das Problem ist: es brechen Rollenverständnisse auf, deren Ausprägungen uns nicht bewusst sind. Vielleicht ist dass das Problem. Wir müssen uns über unsere Rolle als Partner, Arbeitnehmer und Bürger Gedanken machen, früher war doch alles klar! Bzw. es wurde für klar gehalten. Wie gehe ich mit den neuen Möglichkeiten, die ich in der Gesellschaft als Frau habe um? Was bedeutet das für mich als Mann? Mehr Rechte zu haben bedeutet auch mehr Verantwortung zu übernehmen. Der Umgang mit Verantwortung, gerade in nicht so stark definierten Bereichen, ist sehr schwierig.

    Es werden gerade Versuche unternommen Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen stärker in „gewöhnliche“ Arbeitsverhältnisse zu integrieren. Was für die Betroffenen positiv ist, hat für sie auch Nachteile. Sie können sich in diesem Prozess eben nicht mehr so stark auf den Betreuer der Behindertenwerkstatt berufen wie früher, dass soll ja gerade wegfallen. Die gewohnte Umgebung in den Werkstätten schafft doch so eine Art „All-Inclusive-Mentalität“ Man wird von Zuhause abgeholt und zur Arbeit gefahren. Die Arbeit ist gut vorstrukturiert. Nach der Arbeit wird man wieder nach Hause gefahren. Ich kann mir vorstellen, dass einige Betroffene da gar nicht raus wollen, obwohl sie dazu fähig wären. Man verdient zwar wenig Geld, bleibt ein Leben lang von Staat abhängig, hat aber dafür seine gewohnte Umgebung. Auch hier müssen Menschen ihre angestammte Rolle überdenken. Sie müssen gewisse Denkmuster ablegen.

    Die Frage stellt sich: haben wir bereits diskriminierende Denkmuster abgelegt? Du hast ja für dich bereits die Frage mit „ja“ beantwortet. Ich würde dies auch tun. Wir können halt nur die Denkmuster ablegen, die uns bewusst sind. Das gilt natürlich auch für viele Frauen. Die Gesellschaft befindet sich in einem Transformationsprozess. Nicht alle Menschen profitieren von ihm in der selben Weise. Zudem machen unterschiedliche Leute auch unterschiedliche Erfahrungen. Ich kann nachvollziehen, dass du angespisst bist, sehr gut sogar. Jetzt kommt ein böser Satz, der auch so gemeint ist: es gibt im Leben keine Garantie für irgendwas. Du kannst der perfekte Mensch sein und trotzdem in der Gosse landen. Natürlich sollte man Gesellschaft so gestalten, dass das nicht so ist. Das Ziel sollte klar sein. Nur, wir müssen im Jetzt klarkommen! (Und es versuchen zu ändern)

    Vielleicht kann ich dies auch so einfach schreiben, weil ich eine eher asexuelle Orientierung habe. Ich muss nicht unbedingt eine Freundin haben. Ich kann wirklich gut ohne leben. Deshalb macht mir Diskriminierung in dieser Beziehung nicht viel aus. Vielleicht bin ich auch so daran gewöhnt diskriminiert zu werden, das es mir nicht mehr auffällt. Das ist wahrscheinlich das Ding, wir sind zu unterschiedlich, haben zu unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Uns fehlt die gegenseitige Empathie, den anderen zu verstehen. Vielleicht kann ich deine Situation gar nicht so gut nachvollziehen, wie ich eigentlich dachte.

    Manchmal ist die Welt halt nicht genug, man muss sich mit arrangieren. In diesem Sinne,

    Gruß, David Marien

     
    • tinyentropy

      Oktober 14, 2012 at 6:03 pm

      Hallo David!

      Ich kann mich in Deine Situation wirklich kaum hineinversetzen. Ich weiss nur, dass ich damit sehr schlecht zurecht kommen würde. Daher gilt Dir mein Respekt. Und das ist nicht bloß eine Floskel.

      Aber wir sollten die Themen nicht vermischen. Ich spreche hier nicht von Diskriminierung. Ich spreche von den typischen Rollenmodellen, die in unserer Gesellschaft vorherrschen und da finde ich, dass es Zeit ist, die Rollenanforderungen an Männer auch einmal zu besprechen. Im Zuge der Emanzipation der Frauen ist ein Wandel eingetreten, so wie Du auch von einer Transformation sprichst. Und nach jedem Wandel ist eine neue Standortbestimmung notwendig. Es ist eben jetzt an der Zeit, auch mal die Rolle des Manns zu diskutieren.

      Vielleicht stehe ich mit dieser Ansicht alleine. Die meisten Männer würden das aber auch nicht thematisieren, weil es leicht als unmännlich gilt, sich zu beschweren. Ich „beschwere“ mich aber nicht aus gekränkter Eitelkeit, sondern ich möchte gesellschaftliche Muster benennen, die mir in dem letzten Jahrzehnt immer wieder negativ aufgefallen sind und bei denen ich leider eher noch einen Trend zur Verschärfung erkenne.

      Du ergänzt zu meinen Aussagen immer sehr feinsinnig die Ausnahmen und entlarvst Pauschalisierungen. Das gefällt mir gut an Deiner Art des Denkens. Und Du kannst es vor allem super formulieren. Ich habe sogar bei diesem Artikel versucht auch die Situation, in der sich die meisten Frauen befinden, mit darzustellen. Aber am Ende muss ich pointiert darstellen und ich will damit auch provozieren. Denn ich glaube an den wahren Kern in meinen Aussagen und möchte die Leute dazu anregen, darüber nachzudenken.

      Viele Grüsse!

       
  3. marien86

    Oktober 14, 2012 at 7:36 pm

    Hallo tinyentropy,

    natürlich sollte man beide Themen nicht vermischen. Nur in der Realität werden sie vermischt. Wenn ich dich richtig verstanden habe sagst du dass viele Frauen ein Rollenverständnis an den Tag lagen welches du nicht teilst. Provokant formuliert, du bekommst keine ab, weil du, so wie du bist nicht gewollt bist. Also wirst du doch auch diskriminiert. Es ist eine andere Diskriminierung. Eine, wo es nicht um bestimmte körperliche Merkmale geht. Hier geht es um gesellschaftspolitische Ansichten, welche dir als Merkmale zugeschrieben werden. Diskriminierungen basieren immer auf abweichende Rollenverständnisse. Die Rollenverständnisse beziehen sich auf andere Aspekte aber dennoch sind es Rollenverständnisse.

    Die Rolle des Mannes ist wirklich diskutabel. Es gibt aber nicht die „Rolle“, nirgendwo. Ein Akademikerpaar hat es heute sehr einfach, ihre Rollenverteilung zu definieren. Vielleicht liegt dort das Problem. Es lässt sich eben dort keine Hierarchie ableiten. Nicht im Sinne von „Wer hat das Sagen“ sondern eher im Sinne von „wer fügt sich wo ein.“ Da ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

    Bei meinen Eltern, hier in Ostdeutschland, ist die Sache klar geregelt. Sie geht halbtags arbeiten und übernimmt den Haushalt. Er geht volltags arbeiten und repariert das Haus. Mein Vater muss mit meiner Mutter immer einen Konsens finden. Sie weiß aber auch was mein Vater leistet und gönnt ihm einige Freiheiten. Meine Mutter macht aber auch klar, was sie leistet. Ich denke, beide sind in einem Alter, wo man sich nichts mehr beweisen muss. Ich denke „beweisen“ ist hier das Stichwort. Meine Mutter hat ihr Leben lang gelernt Kompromisse zu machen, ohne sich dabei unter Wert zu verkaufen. Vielleicht haben viele Frauen ein Bewusstsein, ihren Marktwert maximieren zu müssen, gerade wenn ich weiß, wie viel ich wert bin. Wenn aber nun beide Partner ihren Marktwert maximieren wollen, geht was schief.

    Zwischenmenschliche Beziehungen werden immer brüchiger. Gerade bei Leuten, die viel wollen. Das der Partner zu einem Assesoir wird trifft aber durchaus auch auf beide Seiten zu. Solange sich Menschen über externe Dinge definieren wird sich daran nichts ändern. Der Mensch, an sich, das zeigt dein Beispiel, hat an Wert verloren. Das ist aber kein explizit feministisches Problem. Einige Frauen übernehmen dieses Denken, weil es sozial adäquat ist. Hier spielen sicher auch Dinge wie der soziale Status eine wichtige Rolle. Viele Frauen werden jetzt halt auf den Markt geworfen, sie müssen ihren Wert definieren. Ich bin mir sehr sicher dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem BIP und der Bindungsstärke von Beziehungen. Wohlstand hat eben auch Auswirkungen auf (intime) soziale Beziehungen.

    Auf dieses Problem hab ich keine Antwort. Ich erlaube mir auch kein Urteil, wie eine Mehrheit der Frauen/Männer/Irgendwas tickt. Ein bisschen Ehrlichkeit zwischen den Menschen würde das Problem lösen helfen. Wir sind zu unehrlich. Sicher sind es auch, die von dir beschriebenen Frauen.

    Gruß, David Marien

     
    • tinyentropy

      Oktober 14, 2012 at 8:30 pm

      Es gibt ja zum Glück nicht nur solche Prinzessinnen, sondern auch noch vernünftige Frauen. Und ich hatte schon das Glück diesen zu begegnen. Aber es ist wie die Suche nach Edelsteinen. Und Gott möge es verhindern, dass ich so ein oberflächliches, verwöhntes Prinzesschen „abbekomme“.

      Die Unzulänglichkeiten von Männern werde ich sicher auch mal erörtern. Hier will ich das aber bewusst trennen, denn ein Unheil wiegt ein anderes nicht auf. Fakt ist, dass die Schwächen von Männern viel häufiger thematisiert werden, wozu unter anderem eine komplette Industrie an Magazinen wie Freundin, Gala & Co beiträgt.

      Mir geht es darum klarzustellen, dass viele Frauen sich ordentlich was in die Tasche lügen. Dass sie keinen Deut besser sind, als die Männer, über die sie schimpfen.

      Ich spreche hier im Allgemeinen und meine damit nur indirekt meine persönlichen Erfahrungen. Aber wenn Du danach fragst, sage ich auch dazu gerne etwas.

      Als Promotionsstudent bin ich in einer besonderen Situation. Ich bin noch ein Student und habe nicht viel zu bieten aus der Sicht einer Frau. Mit einem guten Abschluss wird sich das bald ändern, dann erlange ich einen ganz anderen Status. Ich merke schon seit langem, dass ich von Frauen nur anhand dieses Status beurteilt werde. Für mich zählt aber, wie sich eine Frau vor meiner Karriere mir gegenüber verhält, ob sie mir auch in den schwachen Phasen zur Seite steht. Und oft habe ich erlebt, dass das nicht der Fall ist. Weil Frauen sich das nicht aufladen wollen und dafür kein Verständnis haben. Diese Erfahrung wird bei mir nachwirken. Sollte ich aufgrund meines Statuswechsel erleben, dass Frauen darauf anspringen und sich plötzlich anders verhalten, werde ich das hoffentlich merken und entsprechend reagieren. Ich will keine Trittbrettfahrerin an meiner Seite, die sich auf meine Kosten ein schönes Leben macht, nur weil sie hübsch ist. Für mich gehört zu einer Beziehung ein Verhältnis auf Augenhöhe, ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Es beinhaltet auch, dass beide Seiten ein eigenständiges Leben führen könnten. Und das ist bei solchen Trittbrettfahrerinnen nicht der Fall und da muss man sich als Mann auch fragen, ob man wirklich geliebt wird.

       
      • Mike

        Oktober 15, 2012 at 9:50 am

        Und Gott möge es verhindern, dass ich so ein oberflächliches, verwöhntes Prinzesschen “abbekomme”…

        Gott, so es ihn denn gibt, wird gar nichts verhindern, dass das musst du schon selber tun.

        Mike

         
    • tinyentropy

      Oktober 14, 2012 at 8:32 pm

      Ich finde es bloß etwas schade, dass nur wir zwei diskutieren, denn wir sind beide Männer. 😉

       
  4. mechentel

    Oktober 15, 2012 at 9:06 am

    …“wie man es macht, macht man es falsch. Macht man es falsch, ist es immer noch nicht richtig.“
    Wenn eine Frau, intellektuell, häuslich, mütterlich, sexy ist, im Beruf steht, sich für die Arbeit ihres Mannes interessiert, sich liebvoll um ihn kümmert, wenn er einen Husten hat oder sich mit einem Kollegen in die Haare kriegt, sich in die diversen Unterhaltungen zu Politik, Wissenschaft, Philosophie, Physik, Chemie, Biologie und etliche andere Themen mit Esprit und fundiertem Wissen einbringt, – wenn diese Frau mit ihrem Mann spazieren geht, essen kocht, sauber macht, sich pflegt und schön anzieht, wenn diese Frau auch die gemeinsammen Kinder in die Schule fährt, diese bei den Schulaufgaben betreut, sie wäscht und anzieht, sollte diese Frau ein Recht darauf haben, einen Mann zu lieben, der ihr und ihren Kindern mit dem richtigen Beruf und dem angemessenen Einkommen, Sicherheit und Geborgenheit suggerieren kann. Oder?

     
    • tinyentropy

      Oktober 15, 2012 at 9:26 am

      JA. Selbstverständlich. Wie gesagt, mir schwebt eine Beziehung auf Augenhöhe vor; in die ich mich selbst auch genau so einbringen möchte, wie Du es anhand dieser hypothetischen Partnerin beschreibst.

       
  5. yt

    Oktober 18, 2012 at 7:53 am

    Meine Erfahrung mit meinen Kumpels (ehemals Schule oder auch im späteren Berufsleben) war eine völlig überzogene Erwartungshaltung an das Äußere der Frauen.
    Zuerst die Figur und Gewicht. Der Hintern, die Brüste, dann Gesicht und Haare. Das geht dann später bis in Details wie zb Brustwarzen. Und natürlich die Klamotten, der Geschmack, der Musikgeschmack.

    Mit diesen Filterkriterien bleiben dann in der Regel nur noch RTL Prinzessinnen die sich auch genauso bescheuert, wie in einer billig produzierten Soap-Opera, verhalten.

    Tiny – ganz ehrlich, ich glaube der Punkt ist, du hast vor allem Ansprüche an den Intellekt vermute ich. Das grenzt die Wahl noch viel mehr ein. Es macht die Suche schwieriger, weil dir wie auch den ´telligenten Frauen der IQ nicht auf die Stirn geschrieben ist.

    Das ist aber gut so und sei nicht enttäuscht. Das warten lohnt sich, ganz bestimmt. Und die Erfahrungen bis dahin sind wichtig, so wichtig wie eine solide Grundausbildung 🙂

    Mein Abschlussarbeit lautete:
    Geh keine faulen Kompromisse ein. Verbieg dich nicht. Bleib du, du.

    Mit herzlichsten Grüßen,
    yt

     
  6. Maxe

    Oktober 29, 2012 at 3:31 pm

    Mal wat zum Lesen:
    The 10 Reasons Why Intelligent Men Fail With Women
    http://www.seductionbase.com/seduction/cat/Before_PU/analyze/217.html

     
  7. etwas

    Oktober 29, 2012 at 4:18 pm

    Zitat: „der ihr und ihren Kindern mit dem richtigen Beruf und dem angemessenen Einkommen, Sicherheit und Geborgenheit suggerieren kann“

    Angenommen, das mit Prekarisierung und Billiglohn, Leiharbeit und Aufstocken setzt sich fort (da wo in europäischen Nachbarländern die Hälfte der Leute unter 35 arbeitslos sind, verdienen sie hier erheblich weniger),

    eventuell gibt es neben dem Wettbewerb um die „richtigen Berufe“ mit dem „angemessenen Einkommen“ eben auch einen um die „richtigen“ Partner in diesem Sinne,

    eventuell ist ein Nebenprodukt dieses Wettbewerbes eine hohe Zahl an Alleinerziehenden und Singles…

     
  8. Anonymous

    Oktober 29, 2012 at 4:50 pm

    Genau wie der Verfasser stand ich einmal im Studium in einer ähnlichen Situation. Das ich als Landei in Hamburg während des Studiums auch Liebe gesucht habe ist mir nicht gut bekommen. Ich hätte mich über so manches Valium o.s.ä. gefreut, einfach nur um diese störende Gefühle ausschalten zu können.

     
    • tinyentropy

      Oktober 29, 2012 at 5:12 pm

      Hallo!

      Hmm, der Bezug zu Valium ist mir jetzt nicht so ganz klar.

      Gruss!

       
  9. Thomas

    Oktober 29, 2012 at 5:03 pm

    Sehr schöner Text , du sprichst mir aus dem Herzen. Habe ähnliche Erfahrungen gesammelt. Und dann muss ich mir immer noch von Freundinnen das Gejammer anhören das es keine gescheiten Männer mehr gibt usw. Die Mädels sind nämlich auch nicht unbedingt erfüllter nur weil Sie jetzt selbstbestimmter sind.

     
    • tinyentropy

      Oktober 29, 2012 at 5:26 pm

      Danke! Es freut mich, dass Dir der Text gefällt und gut zu wissen, dass Du meine Beobachtung teilst. Es soll ja nur mal ein kleiner Denkanstoss in die Gegenrichtung zum alt bekannten Feminismus sein.Viele Grüsse

       
  10. ein Mann

    Oktober 29, 2012 at 5:27 pm

    Wenn man merkt, dass man es mit einer solchen Prinzessin zu tun hat, dann sollte man die Sache einfach nicht mehr weiter verfolgen. Denn das Verhalten der Prinzesson ist tief verwurzelt und wird regelmäßig ausbrechen.

    Was die Frau tut, wenn sie sich so ziert, ist eine Abwägung ihrer Ansprüche einerseits mit ihrer Zuneigung zu dem Mann andererseits. Wenn für die Frau die Zuneigung zum Mann nicht ihre Ansprüche überwiegt, sollte der Mann bitte nicht versuchen, sich zu verbiegen, um die Ansprüche der Frau zu erfüllen – das wird nicht lange gutgehen. Entweder sie liebt den Mann trotz ihrer Ansprüche oder eben nicht. Dann bleibt sie eben allein. Den Fehler den viele Männer machen, ist es sich zu verbiegen, bis sie in der Beziehung – genz schleichend – nicht mehr auf Augenhöhe sind. Das ist es doch nicht wert.

    Ironischerweise bugsieren sich auch die Frauen mit dieser Art in eine unglückliche Beziehung. Aber das ist ein anderes Thema.

    Für mich bleibt es dabei:
    Eine Beziehung funktioniert nur dann (und wirklich nur dann), wenn beide Partner ihre Ansprüche möglichst völlig zurückschrauben und beide dem jeweils anderen geben was er braucht, ohne das er darum bitten muss. Partnerschaft ist kein ständiges Fordern, sondern ein ständiges Schenken.

    ein Mann

     
  11. Der da

    Oktober 29, 2012 at 5:30 pm

    Schöner Blog, hat mir sehr gut gefallen.

     
  12. Thomas

    Oktober 29, 2012 at 6:01 pm

    ich hab noch was lustiges zu dem Thema ;D

    eine Geschichte:

    Ich war männlich, verwegen, ich war frei und hatte lange Haare.

    Meine Frau lernte mich kennen, nicht umgekehrt. Sie stellte mir förmlich nach. Egal wo ich hinkam, sie war schon da. Es ist nun zwölf Jahre her. Damals war ich eingefleischter Motorradfahrer, trug nur schwarze Sweat-Shirts, ausgefranzte Jeans und Bikerstiefel, und ich trug lange Haare.

    Selbstverständlich hatte ich auch ein Outfit für besondere Anlässe. Dann trug ich ein schwarzes Sweat-Shirt, ausgefranzte Jeans und weisse Turnschuhe.

    Hausarbeit war ein Übel, dem ich wann immer es möglich war aus dem Weg ging.

    Aber ich mochte mich und mein Leben. So also lernte sie mich kennen. „Du bist mein Traummann. Du bist so männlich, so verwegen und so frei.“

    Mit der Freiheit war es alsbald vorbei, da wir beschlossen zu heiraten. Warum auch nicht, ich war männlich verwegen, fast frei und ich hatte lange Haare.

    Allerdings nur bis zur Hochzeit. Kurz vorher hörte ich sie sagen: “ Du könntest wenigstens zum Frisör gehen, schliesslich kommen meine Eltern zur Trauung.“ Stunden, – nein Tage später und endlose Tränen weiter gab ich nach und liess mir eine modische Kurzhaarfrisur verpassen, denn schliesslich liebte ich sie, und was soll`s, ich war männlich, verwegen, fast frei und es zog auf meinem Kopf.
    Und ich war soooo lieb.

    „Schatz ich liebe Dich so wie Du bist“ hauchte sie.
    Das Leben war in Ordnung obwohl es auf dem Kopf etwas kühl war. Es folgten Wochen friedlichen Zusammenseins bis meine Frau eines Tages mit einer grossen Tüte unterm Arm vor mir stand. Sie holte ein Hemd, einen Pollunder ( Bei dem Wort läuft es mir schon eiskalt den Rücken runter ) und eine neue Hose hervor und sagte:“ Probier das bitte mal an.“ Tage, Wochen, nein Monate und endlose Papiertaschentücher weiter gab ich nach, und trug Hemden, Pollunder ( Ärrrgh) und Stoffhosen.
    Es folgten schwarze Schuhe Sakkos, Krawatten und Designermäntel. Aber ich war männlich, verwegen, totchic und es zog auf meinem Kopf.

    Dann folgte der grösste Kampf. Der Kampf ums Motorrad.
    Allerdings dauerte er nicht sehr lange, denn im schwarzen Anzug der ständig kneift und zwickt lässt es sich nicht sehr gut kämpfen. Ausserdem drückten die Lackschuhe was mich auch mürbe machte. Aber was soll`s, ich war männlich, spiessig, fast frei, ich fuhr einen Kombi, und es zog auf meinem Kopf.

    Mit den Jahren folgten viele Kämpfe, die ich allesamt in einem Meer von Tränen verlor. Ich spülte, bügelte, kaufte ein, lernte Deutsche Schlager auswendig, trank lieblichen Rotwein und ging Sonntags spazieren. Was soll`s dachte ich, ich war ein Weichei, gefangen, fühlte mich scheisse und es zog auf dem Kopf.

    Eines schönen Tages stand meine Frau mit gepackten Koffern vor mir und sagte:“ Ich verlasse Dich.“
    Völlig erstaunt fragte ich sie nach dem Grund.
    „Ich liebe Dich nicht mehr, denn Du hast Dich so verändert. Du bist nicht mehr der Mann den ich mal kennengelernt habe.“

    Vor kurzem traf ich sie wieder. Ihr „Neuer“ ist ein langhaariger Biker mit zerrissenen Jeans und Tättowierungen der mich mitleidig ansah.

    Ich glaube ich werde Ihm eine Mütze schicken.

     
  13. Anonymous

    Oktober 29, 2012 at 6:41 pm

    Hallo,

    ich bin von SPON rübergekommen, habe diesen Blogeintrag gelesen
    und wollte spontan meinen Senf dazugeben ;-).

    Dieser Eintrag hier war sehr interessant.
    Er ist Teil eines Phänomens, das man immer wieder feststellt:
    Männer und Frauen haben oft genau die gleichen Probleme!
    Liest man sich diverse „Liebesprobleme-Foren“ durch,
    beschuldigen sich beide Geschlechter gegenseitig,
    oberflächlich, unzuverlässig, herzlos/kalt, materialistisch, usw. zu sein.

    Genauso, wie Männer die Frauen beschuldigen,
    nur den reichen Mackertypen mit weichem Kern zu wollen,
    können Frauen nicht verstehen, wenn sich der Mann
    anstatt für die durchschnittlich attraktive Studentin mit Herz
    dann doch nur wieder für das zickige Dummchen mit Modelmaßen entscheidet…
    Die Frau hat sich den ganzen Abend prima unterhalten,
    geborgen gefühlt und sich geöffnet, hofft auf ein Wiedersehen und was passiert? Gar nichts.

    Ich fürchte, das Problem ist weder männlich noch weiblich, sondern… menschlich.

    @Tinyentropy: Darf ich fragen, wie alt du bist (sofern das nicht die Anonymität aufbricht)
    bzw. wie alt die Frauen sind, die dich interessieren?
    Doktorand der Genetik klingt doch superspannend!
    Neulich gab es einen Thementag bei ZDF Neo zum Thema Ernährung
    und es ging u. a. auch um Epigenetik.
    Was dort alles noch an Erkenntnissen wartet, ist unglaublich.
    Vielleicht ist deine Zielgruppe einfach nur nicht „nerdig“ genug ;-)…

    Eine Studentin

     
    • tinyentropy

      Oktober 29, 2012 at 8:04 pm

      Ich verstehe gut den Anreiz zur Hypothese, dass ich mir wohl immer wieder die falschen aussuche oder selbst zu nerdig wäre. Leider taugt beides wenig zur Erklärung meiner Beobachtung. Ich gehe prinzipiell auf jeden Typ Frau offen zu, lerne auch immer wieder viele verschiedene Menschen kennen und habe Spaß daran ein breites Spektrum an Menschen kennenzulernen.Ich bin auch kein Mauerblümchen.
      Deine Aussage,dass es wohl eher ganz menschlich ist gefällt mir sehr.Gruss

       
  14. Moritz

    Oktober 29, 2012 at 6:47 pm

    hmm ja. Schwierige Diskussion,
    Vielleicht ist es auch nicht die beste Idee Frauen als Prinzessinen zu verunglimpfen, so sehr ich auch geneigt bin den Begriff gutzufinden, weil er sich mit meinen Erfahrungen deckt. Es wird zumindest die angesprochenen Frauen nicht direkt dazu verleiten sich an dieser Diskussion zu beteiligen, denn wer gibt schon gerne zu, dass er mit zweierlei Maß misst? Stattdessen werden sie sich sagen, dass der Autor a) ein Macho ist und b) die Aussage ja garnicht auf sie zutrifft. Lagerdenken hilft uns nicht weiter.

    Die These dass „Prinzessinnen“ von ihren Vätern verwöhnt wurden, und deswegen Prinzessinen sind halte ich für Unsinn. Wahrscheinlich wurden die Machos alle auch von ihren Müttern verwöhnt, und sind nur deswegen Machos? Die Sozialisierung von Individuen lässt sich nicht auf ein einzelnes Eltenteil reduzieren. Andersherum wird ein Schuh draus. Die Mütter, Väter und alle Anderen auch haben ein bestimmtes Bild von den Geschlechtern und geben dieses dementsprechend an ihren Nachwuchs weiter.

    Im Internet ist die Diskussion sowieso ziemlich verzerrt. 90% der Leute die posten sind Männlich, wenn man mal von Berufsschreibern und Schreiberinnen absieht. Diejenigen, die was dazu schreiben sind vom Thema total vereinnahmt und haben dementsprechend ferfestigte Ansichten. Wenn ich IRL mit Frauen über Gender- und Gleichberechtigungsthemen spreche, haben sie oft eine recht differenziertre Meinung und sind Argumenten durchaus zugänglich, viele sind auch gar nicht groß am Thema interessiert. Online ist man da viel polemischer und auch sturköpfiger (gilt für beide Geschlechter).

    meine Erfahrungen decken sich übrigens mit denen des Autors. Ich kann nicht
    [quote]“Ernährer, Macher, Visionär, Karrierist, liebevoller Vater, treusorgender, verständnisvoller, einfühlsamer Ehemann, unterstützender, interessanter, vorzeigbarer, intelligenter, kultivierter Lebenspartner und körperlich äusserst markanter, wagemutiger Draufgänger. […] in der Aussenwirkung tough, der Beziehung zugewandt aber butterweich, dabei aber bloß nicht langweilig und nicht allzu viel zuhause.“ `[/quote]
    sein. Muss ich aber auch nicht unbedingt. Ich muss mir nur das Recht herausnehmen einzelnen (oder allen) Kriterien nicht zu genügen, und zwar nicht allgemeingesellschaftlich, sondern in der konkreten Beziehung. Gelingt mir bisher eher schlecht. Meine Partnerinnen waren in meiner subjektiven Wahrnehmung immer weniger zu Kompromissen bereit als ich. Oder ich bin weniger kompromissbereit als ich denke…

    Beim Kennenlernen aka Partnerschaftsanbahnung führt glaube ich kein Weg daran Vorbei sich ein Stück weit auf das Spiel einzulassen. Nur weil ich den Anspruch hege ein realistisches Fremdbild zu erzeugen um in der folgenden Beziehung nicht ständig die Entäuschungen der Partnerin verwalten zu müssen, heißt das ja noch nicht, dass meine Konkurrenten auch so ehrlich (=naiv/dumm) sein wollen oder müssen.

    Also werte Prinzessinnen, diese Diskussion vermisst eure Stimme, worauf wartet ihr noch ? 😉

     
  15. Joalla

    Oktober 29, 2012 at 9:12 pm

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel und die daran anschließende interessante Diskussion. Ich werde mal versuchen, meine Perspektive einzubringen.

    Da ich gerade nicht viel Zeit habe, werde ich erst einmal nur auf das eingehen, das mich am stärksten aufgewühlt hat. Die Sache mit der ‚Friend zone‘, d.h. dem ’netten‘ Freund.

    Stell Dir mal vor, Du lernst eine Frau kennen, die Dir sympathisch ist, ein interessanter Mensch ist und mit Dir einige Interessen teilt. Ihr freundet euch an, verbringt viel Zeit miteinander. Und irgendwann rückt dann die Frau damit raus, dass sie Dich sexuell attraktiv findet und gerne ‚mehr‘ möchte. Das Problem dabei ist nur, dass Du ihr sexuelles Interesse leider nicht teilst, aber auf ihre Freundschaft weiterhin viel Wert legst.

    Meiner persönlichen Erfahrung nach passiert mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas aus folgender Auswahl:
    1a) Die Frau tut so, als ob sie darauf eingehen würde, lässt Dich aber deutlich spüren, dass es ihr nicht genug ist, reagiert eifersüchtig in der Gegenwart anderer Frauen und spätestens, wenn Du eine Beziehung eingehst, hörst Du nichts mehr oder nur sehr sporadisch von ihr.
    1b) Wie 1a) plus sie beschwert sich bei ihren Freundinnen über Dich, was in ihrem Verhalten spürbar ist.
    2) Sie beschuldigt Dich, sie hintergangen zu haben, weil doch hättest wissen müssen, dass sie nur mit Dir nur deshalb eine Freundschaft eingegangen ist, weil die Hoffnung nach ‚mehr‘ besteht.

    Mal ganz ehrlich. Ist das Respekt? Würdest Du Dich da als menschlich akzeptiert vorkommen?

    Wenn ich einen Mann sexuell attraktiv finde, dann sage ich ihm das auch. Und wenn ich mit einem Mann, den ich sexuell attraktiv finde, eine Freundschaft eingehe, ohne ihn das wissen zu lassen, mache ich das nur, wenn ich mir sicher sein kann, es um der Freundschaftwillen zu tun und nicht wegen einer Hoffnung auf etwas, das vileleicht nie zustandekommen wird.
    Vor allem würde ich nicht nach einem ‚Nein‘ das Opfer spielen und der angeblich geliebten Person den eigenen Mangel an Offenheit zum Vorwurf machen.

    Ich habe sehr großen Respekt vor Menschen, ganz gleich welchen Geschlechts, und Freundschaft ist für mich Freundschaft, egal ob mit einem Mann oder einer Frau.

    Klar tut es weh, wenn Hoffnungen sich nicht erfüllen. Klar tut es weh, wenn ich mich abgeweiesen fühle.
    Aber einen Freund zu verlieren, weil er sich die ganze Zeit falsche Hoffnungen gemacht hat, ohne sie zu kommunzieren, und mir die ‚Freundschaft‘ nur vorgespielt hat… tja, auch das ist alles andere als angenehm und ich weiß bis heute nicht, was ich an meinem Vorgehen ändern sollte. Einfach gleich davon ausgehen, dass Männer nur dann mit mir befreundet sein wollen, wenn es eine Option auf ‚mehr‘ gibt?

    Alles Liebe,
    Joalla, die nichts dabei findet, den ersten Schritt zu machen

     
  16. M.Z

    Oktober 29, 2012 at 10:12 pm

    Interessanter Artikel

     
  17. M.Z

    Oktober 30, 2012 at 12:27 am

    Mist, zu schnell Enter gedrückt…
    Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Als Informatiker darf man sich „geehrt“ fühlen, wenn man einer „Prinzessin“ den PC oder Laptop im Wohnheim reparieren darf. Aber mehr?! (Ich war auch mal naiv!)

    Ich bin, wie gesagt, auch Akademiker und kann nachvollziehen, wie das an Hochschulen ist. Du solltest jedoch bedenken, dass Hochschulen schon immer Heiratsmärkte waren, noch sind und wahrscheinlich immer sein werden. Dessen sollte man sich bewusst sein!

    Und es zieht dort überproportional viele „Prinzessinnen“ hin, weil sie sich eine gute Partie erhoffen… Insbesondere weil dort mehr Männer aus gut-betuchten Elternhäusern an einer Stelle zu finden sind. Erwarte nicht, dass das irgendeine gegenüber Dir je eingestehen wird… Aber es ist so (es sei auf das Stammhirn verwiesen, unsere „Firmware“, von der wir mehr beeinflusst sind, als wir, Männer wie Frauen, uns eingestehen wollen. Alice Schwarzer, von der Leyen und Konsorten leugnen das jedoch, was wider die Natur ist… von Frauen-Quoten bei der Müllabfuhr oder Männer-Quoten im Kindergarten will ich gar nicht erst anfangen… Frauen- oder Männerquoten sind generell diskriminierend, ob positiv oder negativ, ist egal, da sie der Gleichberechtigung widersprechen).

    Überlege mal wieviele weibliche Studentinnen einfach studieren, ohne das sie wissen, was sie wirklich wollen. Selbstfindung an den Hochschulen ist ja ok, aber man sollte schon eine ungefähre Richtung haben. „Prinzessinnen“ erkannt man leicht daran, dass sie diese nicht haben und Studiengang-Hopperinnen sind. Mathematisch gesehen gibt es natürlich auch die Menge der Nicht-Prinzessinnen. Sie sind an den Hochschulen unterrepräsentiert, da sie wissen, was sie wollen und auch nicht so auffallen wollen, also bekommt man den Eindruck, sie gibt es nicht.

    Wenn Du Glück hast, dann triffst Du an Deiner Hochschule eine solche Akademikerin, die nicht so oberflächlich ist und der es auch um das Erreichen höherer akademischer Würden und nicht heiraten geht. Vielleicht ist sie nicht so auf ihr Äußeres bedacht wie die „Prinzessinnen“. Alle andere „Prinzessinnen“ sind doch unter deinem Niveau, wenn Du ehrlich zu Dir bist. Stimmt’s oder habe ich Recht?

    („Prinzessinnen“ sind die Sorte von Frauen, die mehr homo als sapiens, also mehr Vieh als Mensch sind und die auf die „Arschlochmänner“ stehen, die interessanter als die normalen und netten Typen sind. (Merke: Dumm fickt nicht nur besser, sondern auch mehr!) Sie sollen auch bitte später ihr Alleinerziehende-Schicksal schweigend ertragen, nicht herumjammern und uns dann in Ruhe lassen. Och, ist das etwa zu hart, Mädels? Das tut mir jetzt aber leid… NICHT)

    😉

     
    • tinyentropy

      Oktober 30, 2012 at 1:08 am

      Ich kann Dir nicht recht geben. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Du es nicht so meinst, wie Du es schreibst, denn so kann man es kaum stehen lassen. Ich bin ausdrücklich nicht Deiner Meinung, dass irgendwelche Frauen mit Vieh gleichzusetzen wären. Aber kann auch nicht glauben, dass Du so verstanden werden willst.

      Viele Informatiker, ich weiss wovon ich spreche, müssten sich auch schon ein bisschen mehr Mühe geben, wie sie sich nach aussen präsentieren. Trotzdem weiss ich, was Du meinst. Manche Frauen lassen sich gerne aushelfen und wissen ganz genau, wie sie dabei ihr Ziel erreichen. Aber da muss man als Mann darüberstehen oder eben – wenn es hart auf hart kommt – einfach nicht den Dummen spielen.

      Ich unterstelle hier auch keine bösen, unlauteren Absichten uns Männer auszunutzen, sondern in erster Linie unreflektiertes weibliches (eventuell unbewusstes) Verhalten.

      Prinzessinnen finden sich auch nicht nur an der Uni. Können genau so gut auch Azubis sein.

       
  18. Steffie

    Oktober 30, 2012 at 12:47 pm

    Hm… Ich bin wohl eine der nicht Repräsentativen… Bin mit einer reinen Jungsclique aufgewachsen, und heutzutage würde man uns wohl allesamt als Nerds bezeichnen, denn wir haben Pen&Paper-Rollenspiele gezockt, Star Wars- und Indiana Jones-Filmnächte miteinander zelebriert, Comics ausgetauscht, unsere C64- (später Konsolen-) Spielesammlungen vervollständigt… Naja, und einmal gab es da diese nicht ganz kontrollierte Sprengung mit der Pullmolldose, dem Schwarzpulver und der Wunderkerze…

    Ich (36) hab eine lange, traurige Serie von üblen Dates hinter mir, die sich auf folgende Problemstellungen reduzieren lassen:

    – Ich bin ja mal so gar nicht das typische rausgeputzte Weibchen. Das ist ja soooo toll. Aber kann ich nicht mal bitte ein bisschen mehr aus mir machen?

    – Es ist total gut, sich mit mir zu unterhalten, weil ich eine eigene Meinung habe. Aber kann ich am Ende des Gesprächs bitte mal die Klappe halten und zugeben, dass er Recht hat?

    – Ich kann so irre gut zuhören. Aber kann ich bitte mal aufhören, dann zu äussern, wie ich das geschilderte Problem angehen würde, und einfach nur schmachtend hauchen „Du schaffst das schon, Großer“?

    …und so weiter, und so fort. Ich denke, mein Punkt wird deutlich.

    Es ist also nicht nur für Männer schwer, eine Frau kennenzulernen, die einen auch wirklich so will, wie man ist. Es geht uns Frauen ganz genauso. Nicht nur Ihr „Kerle“ habt mit Rollen zu kämpfen, die sich weder klar definieren noch erfüllen lassen, auch uns „Mädels“ schlagen genug Anforderungen entgegen, von denen wir nicht wissen, ob wir sie erfüllen können – oder wollen.

    Auf beiden Seiten gibt es die, die die eierlegende Wollmilchsau suchen, und auch die, die daran verzweifeln, sie nicht zu finden. Aber bittebittebitte, stell es nicht so dar, als sei das NORMAL. So wie ich nicht das Prinzesschen bin, bist Du nicht der Prinz. Und das ist auch gut so. Denn nicht jede Frau will einen Prinzen haben.

    Ich mag Deinen Artikel, und ich verkenne sicher nicht die blöde Lage, in der Du bist. Aber vergiss bitte nicht, uns Frauen geht es wirklich nicht anders.

    Davon ab, mal vom ersten Eindruck her, den Diese Seite hier vermittelt: wäre ich Single, und Du nicht (so vermute ich zumindest mal^^) ein bissl jung für mich, ich könnte mir ein Date mit Dir gut vorstellen. Weil nunmal manche von uns Mädels Grips irre sexy finden. Halt Dich vorrangig an solche Damen, dann solltest Du nicht mehr allzu lang „frei rumlaufen“. 😉

     
    • tinyentropy

      Oktober 31, 2012 at 9:39 am

      Danke für Deine Worte! Ja, ganz klar. Das Problem besteht beiderseits, bei Männern und Frauen. Ich wollte bloß bewusst mal die Sicht des Mannes herausstellen.
      Es ist auch wahr, dass wir Männer mit starken Frauen nicht gut umgehen können. Dein Beispiel mit den guten Ratschlägen, die wir abprallen lassen trifft auch auf mich zu. Wir wollen die Dinge gerne selbst regeln, bloß ab und zu ein bißchen darüber klagen und etwas Zuspruch einheimsen. Oft bevorzugen wir sogar die Illusion Herr der Lage zu sein, selbst wenn das schon schreiend grotesk wirkt. Das ist strategisch ziemlich schwach, gebe ich zu. 🙂

       
  19. Joalla

    Oktober 31, 2012 at 11:34 am

    Ich frage mich bei all dem, ob das wirklich eine Frage des Geschlechts ist, bzw. wie das bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aussieht.

    Mir geht es von dem eigenen Gender-Verständnis her ähnlich wie Steffie, inclusive Nerd-Lebenlauf mit C64 und Rollenspiel-Clique. Dazu kommt mein Informatik-Studium (gut, es war ein Linguistik/Informatik-Stidium). Und nein, eventuelle Partnerfindungsabsichten spielten bei der Studienwahl keine Rolle, da ich damals bereits einen Freund hatte. Mit meinem jetzigen Mann bin ich seit 12 Jahren zusammen, und andere Kriterien als die, dass wir uns gut verstehen und die gleichen nerdigen Hobbies haben, hatte ich nicht.

    Dennoch kenne ich das Spannungsfeld. Ein Problem ist, dass wir beide in der Wissenschaft arbeiten. Falls wir beide die Karriere dort weiter verfolgen, d.h. eine Professur anstreben würden, würde das bedeutet, dass wir irgendwann eine Fernbeziehung führen würden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Ruf in der gleichen Stadt bekämen, ist nahe Null. Tatsächlich kenne ich eine Professorin, die das bereits seit Jahren macht, allerdings hat diese keine Kinder (und möchte keine).

    Das Problem haben wir anfangs ein wenig ignoriert. Immerhin wussten wir nicht, wie sich unsere Beziehung entwickelt, aber als klar war, dass wir zusammen bleiben und Kinder wollen und dass einer von uns da zurückstecken muss (und ich das wohl sein werde, da mein Mann 6 Jahre Vorsprung hat und die Chancen in der Informatik deutlich besser sind als in der Linguistik), gebe ich zu, dass mir das ein wenig den Wind aus den Segeln genommen hat.
    Seit einigen Monaten zögere ich bei jeder Verpflichtung bezüglich Lehre oder der Bewegbung auf manche Jobs, weil es jederzeit soweit sein kann, dass mein Mann einen Ruf nach sonstwohin bekommt und wir dann in eine andere Stadt ziehen. Dort wird er dann einen spannenden Job mit jede Menge Herausforderungen haben und ich erst einmal gar nichts.

    Mein Punkt dabei ist, dass das für mich keine Frage des Geschlechts ist. Das Problem bestünde genauso, wenn ich mit einer Frau zusammen wäre. Und es könnte auch sein, dass ich Wider Erwarten Glück habe und es dann mein Mann wäre, der ein Stück von dem, was er sich aufgebaut hat, aufgeben müsste.
    Es ist in diesem Fall einfach der Anspruch von Mobilität und Flexibilität, der sich mit dem von Stabilität beißt.

    Zu der Sache, dass Frauen einen Versorger wollen. Ich glaube nicht, dass das auf die meisten Frauen zutrifft. Einfach deshalb, weil der Gedanke von Abhängigkeit für die meisten zu gruslig wäre. Die Beziehung kann zerbrechten, der Partner kann sterben und dass es für uns später als Rentner nicht allzu spaßig wird, ist bekannt. Und das Auffangnetz durch die Familie, die sich um die Alten kümmert, gibt es heute kaum noch.

    Kurz gesagt, wenn ich mich dafür entscheide, Kinder zu bekommen und der Beziehung zuliebe beruflich zurück zu stecken, setze ich mich nicht fröhlich ins gemachte Nest, sondern nehme dafür einiges an Unsicherheit in Kauf. Und ich kann es in gewisser Weise verstehen, dass es Frauen gibt, die da hohe Ansprüche stellen.

    Allerdings glaube ich, dass nach wie vor das Gefühl der Verliebtheit ist, das bei der meisten Menschen bei der Partnersuche ausschlaggebend ist, und das basiert meistens kaum auf rationale Kriterien.

     
    • tinyentropy

      Oktober 31, 2012 at 1:17 pm

      Bei einer „akademischen Beziehung“ ist es ganz besonders schwierig die gemeinsamen Interessen unter einen Hut zu bekommen. Da kann ich es auch gut verstehen, wenn die Person, die zurück steckt, einen Anspruch an den gemeinsamen Lebensstandard stellt und somit an den für das Finanzielle zuständigen Partner. Kinder in der Beziehung ändern alles, denn dann spielt Abhängigkeit, besonders finanzielle, eine entscheidende Rolle. Wie damit umzugehen ist, muss sicher individuell in jeder Beziehung ausgehandelt werden. Aber dazu muss es zuerst einmal zu der Liebesbeziehung kommen. Und ich bin kein Freund davon, dass all diese Überlegungen am Anfang stehen und der Magie des Anfangs im Wege stehen.
      Vielleicht ist es der Luxus der Männer, Liebesbeziehung zu einem Partner und spätere Familienplanung so trennen zu können. Das dürfte wohl der Hintergrund für die unterschiedliche Sicht sein. Aber auch für uns Männer tickt die biologische Uhr, wenn auch nicht so krass. Wir können zwar länger Kinder bekommen, aber welcher Mann möchte über 60 sein, wenn die Kinder noch jung (bis einschließlich 20) sind. Ich nicht! Idealerweise möchte ich auch als Mann mit Anfang / Mitte dreißig Vater werden und nicht später. Das setzt aber voraus, daß ich weit früher schon erfolgreich meine Karriere starten und die richtige Frau finden konnte. Und das ist schwer zu erreichen.
      Ich glaube fest daran, dass ein gewisses sich Ausprobieren an Beziehungen zum Lebensweg beider Partner dazu gehört. Nur in seltenen Fällen finden sich die Zwei richtigen direkt auf Anhieb. Darum ist es nicht gut am Anfang gleich alles haben zu wollen und zu hohe Ansprüche zu erheben. Das Zusammenspiel muss sich ja auch erst finden.
      Gruss

       
  20. Joalla

    Oktober 31, 2012 at 1:59 pm

    Ich weiß, ich bin die letzte, die das sagen sollte, weil ich die erste bin, die dagegen verstößt, aber ich denke, wir würden uns alle einen großen Gefallen tun, wenn wir aufhören könnten, alles so verdammt verkrampft zu sehen, sondern einfach das Leben zu genießen, so gut wir es können.

    Und das bedeutet letztlich, einen Weg finden zu müssen, die eigenen Ängste zu überwinden und irgendwie… loszulassen. Magie lässt sich schwer entfalten, wenn die Uhr im Hinterkopf tickt. Zumal die andere Person meistens merkt, wenn bei dem oder der anderen bestimmte Erwartungen und Hoffnungen mitschwingen, die sie erfüllen soll, was ganz schnell Druck erzeugen kann und eben zum Verkrampfen und Widerständen führt.

    Klar, es ist toll, wenn ich mir etwas erhoffe und es sich dann erfüllt, aber die wirklich magischen Momente waren für mich meistens die in denen ich einfach nur so die Gegenwart des/r anderen genießen konnte und umgekehrt und es einfach nur darum ging, dem/r anderen was Gutes zu tun und sich an seiner/ihrer Freude zu erfreuen.

    Deswegen versuche ich mich an Marshall Rosenbergs Gewaltfreie Kommunikation zu halten, insbesondere an: „Please don’t do anything (for me) that you cannot do with the joy of a small child feeding a hungry duck.”

     
    • tinyentropy

      Oktober 31, 2012 at 2:53 pm

      Sehr schön gesagt. Bin absolut dieser Meinung. Genau darauf will ich ja hinaus.

       
      • Thomas

        Oktober 31, 2012 at 4:25 pm

        haha Joalla, aber genauso ticken Mädels um die 30. da ist nix großartig mit Romantik, da wird im Hinterstübchen ne Checkliste abgearbeitet. Mit jüngeren Mädels kann man noch flirten und die sind locker druff allerdings klappt das dann meist wegen dem Altersunterschied nicht (ich bin 37).

        Die Mädels um die 30 rum die machen sich Gedanken wegen Kinder, Heim, Ernährer usw. hab ich alles schon gehabt .. und da werden genau solche Fragen beim 1. Date schon abgehakt. Und da soll einem nicht die Lust vergehen. Oder was mir auch passiert ist, man versteht sich super, ist voll auf einer Wellenlänge, man findet sich auch sexuell atraktiv, wird aber für eine Beziehung gleich erstmal abgelehnt, weil eben genau die Erwartungen sich abheben, (bin leider kein Hausbesitzer und vielleicht auch ein kleiner Chaot). Ich finde das einfach zum kotzen.

         
  21. Joalla

    Oktober 31, 2012 at 9:11 pm

    Ich bestreite auch gar nicht, dass es Frauen gibt, die so denken. Immerhin ist es ja das Programm eines ‚guten Lebens‘, das wir mit den Medien, der Gesellschaft und meistens eben auch der unmittelbaren Umgebung eingeimpft bekommen haben. Das ist ein wenig wie eine Religion. Der Glaube, dass man glücklich wird, wenn bestimmte (materielle) Rahmenbedingungen erfüllt sind, gibt einem Sicherheit. (Manche Menschen identifizieren sich so sehr mit Sportvereinen, dass sie bei Erfolg oder Misserfolg desgleichen zu extremen Reaktionen neigen. Im Verglich dazu habe ich für die Fixierung auf ein Haus noch relativ großes Verständnis.)

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, so etwas loszulassen. Hinterher fühlte ich mich sehr befreit und bin noch heute stolz auf mich. Aber dieser Effekt trat eben nur ein, weil ich aus mir heraus den Entschluss dazu entwickelt hatte. Zu so etwas kann einem keiner zwingen.
    Tatsächlich bin ich in Bezug auf Beziehung derzeit soweit, die Monogamie als solche kritisch zu sehen. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Letztlich kann ich nur sagen, dass es ganz sicher Ausnahmen gibt.
    Und in Situationen, in denen das nicht der Fall ist, könnte es sicher interessant sein, sich mit solchen Frauen über solche Dinge zu unterhalten und gemeinsam mit ihnen darüber zu reflektieren, was hinter diesen Wünschen und Erwartungen steht.

     
  22. Coyote38

    April 17, 2013 at 10:22 am

    Hallo tinyentropy.

    Ich bin hier gerade von SPON „rübergestolpert“, weil mich das Thema interessierte. Zunächst einmal ein großes Lob für Deine klare Analyse. Dazu gibt’s nicht mehr zu sagen. Das war eine PUNKTlandung.

    Ich habe die gesamte Bandbreite „moderner“ Frauen durchgedatet: Superattraktive, oberflächlich auf’s Äußere begrenzte (und daher meistens auch nur begrenzt intelligente) Model- und Fitness-Typen, vollkommen „verkopfte“ Intellektuelle, die sich beim Daten und in der Beziehungsanbahnung selbst im Weg gestanden haben (und mir dann nach neun Monaten mit gemeinsamen Wochenend-Urlauben, Opern-, Theater und Ballbesuchen, großen und kleinen Treffen, Verabredungen, gemeinsamen Früchstücken, Abendessen, Wein- und Käse-Verkostungen, Reit-Turnieren usw. VOLLKOMMEN überrascht erzählten „ich müsste doch auch mal die Signale verstehen, dass sie nichts von mir will“) …, verhätschelte Papi-Prinzessinnen, die sich einbildeten, es wäre bereits das größte Glück auf Erden für einen Mann, dass sie sich dazu „herablassen“, mit ihm auszugehen und man(n) alleine schon deshalb auf ewig dankbar und untertänig sein müsse. So eine Pflanze sagte mir allen Ernstes einmal (ich zitiere im O-Ton) „So was mich mich bekommst Du doch nie wieder. Da ist ein wenig Dankbarkeit doch wohl nicht zu viel verlangt“.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Ich habe noch KEINE Frau auf dieser Welt getroffen, die wusste, WAS SIE EIGENTLICH WILL und mir das klar und verständlich sagen konnte,

    Ich weiss – nach mittlerweile 25 Jahren Partnersuche – nur EINES ganz genau: DAS, wonach Frauen angeblich alle auf der Suche sind, nämlich ein liebevoller, fürsorglicher, treuer und humorvoller Mann, der gebildet ist, ein wirklich ordentliches Einkommen hat, in der Mitte des Lebens steht und sich ernsthaft eine Familie und eine Partnerschaft auf Augenhöhe wünscht … DAS will KEINE Frau haben … das ist unseren ach so emanzipierten Supermädels im 21. Jahrhundert nämlich zu langweilig.

    Und wenn dann die biologische Uhr mit Mitte Dreißig unüberhörbar und immer schneller anfängt zu ticken, dann lassen sich die tollsten Frauen von totalen (aber wahnsinng „aufregenden“) Luftikussen im Vorbeigehen Kinder andrehen und sind hinterher „bass erstaunt“, dass sich daraus keine tragfähigen Familien entwickeln und sie als Alleinerziehende mit Ende Dreißig / Anfang Vierzig wieder auf „Start“ stehen.
    Und DANN das „Geheule“: „Buhuuu … die „bösen Männer“.“ Falsch, Mädels … ganz einfach selbst Schuld. Vielleicht hättet ihr mal dem „netten Kerl“ eine Chance geben sollen, der sich für Euch ein Bein ausgerissen hat.

     

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