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Higgs vs. ESM oder: das Universum und die Finanzkrise

20 Sep

Ich mag solch einen Blick über den Tellerrand, der Disziplinen überbrückt.
In der Finanzwelt herrscht eben eine völlig andere Einstellung zu Risiken. Dort gilt das Prinzip, dass die potentiell katastrophalen Auswirkungen von Krisen von der Gesellschaft getragen werden und deshalb Risiken leichtfertig eingegangen werden können. Trial and error.
So lange die Risiken nicht primär von den Verursachern der Krisen getragen werden müssen, gibt es keine Veranlassung zu methodischerem, zurückhaltendem Vorgehen in der Finanzwelt.

speculativeconfusion

Schon seit Wochen ist die Welt der Physiker in heller Aufregung. Zumindest die Welt derjenigen, die sich eingehend mit den grundlegenden Eigenschaften von Materie befassen. Der Teilchenbeschleuniger im CERN hat Evidenz dafür geliefert, dass Peter Higgs vor 48 Jahren wahrscheinlich richtig lag: im Standardmodell für die Zusammensetzung von Materie ist ein Teilchen nötig, das den anderen ihre Masse verleiht: das sogenannte Higgs-Teilchen. Es war lange Jahre der fehlende Baustein, um das Universum vollständig zu beschreiben. Dass es tatsächlich gefunden wurde, sind die entsprechenden Wissenschaftler allerdings bemüht zu verneinen. Die Beweise sind noch nicht hinreichend. Allerdings äußerten sich mehrere Nobelpreisträger bereits relativ euphorisch über die Entdeckung. Man kann zu diesem Zeitpunkt also festhalten, dass es über die bestätigende Kraft der Experimente im CERN eine skeptische Haltung, über die Rolle des Higgs-Teilchens und vor allem die Vorhersage Peter Higgs‘ Einigkeit besteht: das Standardmodell der Teilchenphysik ist nur durch dieses letzte Elementarteilchen zu…

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Eine Antwort zu “Higgs vs. ESM oder: das Universum und die Finanzkrise

  1. marien86

    September 20, 2012 at 5:22 pm

    Hallo tinyentropy,

    das Interessante ist doch: die Geistes- und Sozialwissenschaften können die Gesetzmäßigkeiten des Geistes, des Sozialem und der Ökonomie verändern. Naturwissenschaftler können dies nicht. Sie beschreiben Gesetze, die einer rationalen Logik unterliegen. Ob man will oder nicht: man muss mit ihr umgehen (können)

    Warum müssen wir auf erspartes Zinsen bekommen? Warum legitimieren politische Mehrheiten bestimmte Entscheidungen? Warum ist der Expressionismus eine bedeutende kunstgeschichtliche Entwicklung? All diese Dinge eint, dass sie keinerlei Universallogik unterliegen. Man könnte die Beispiele ins Gegenteil verkehren, wenn man die Gesellschaft entsprechend anpasst, geht das. Ich Zweifle ob das mit Naturgesetzen auch so geht.

    Warum Professoren offene Briefe schreiben? Weil Ökonomie mehr ist als eine Wissenschaft, weil Wissen mehr ist als Nichtwissen. Geistes- und Sozialwissenschaften zeichnen sich durch bestimmte „Dogmen“ aus. Ein guter Wissenschaftler versucht diese Dogmen auszuklammern. Dies fällt aber manchmal sehr schwer, weil diese Dogmen tief in uns drin sitzen. Der Naturwissenschaftler kann entspannter arbeiten, weil es keine verinnerlichten Dogmen gibt. Wenn eine Gesellschaft einen negativen Blick auf Lobbyismus hat, fällt es schwer diesen Blick bei der Erforschung des Phänomens auszuklammern. Man spricht ja mit seiner Umwelt über die Forschung. Man will ja auch zeigen, dass man von einem alltäglich erfahren Thema Ahnung hat. Diesen Druck haben Naturwissenschaftler sicher nicht.

    Gruß, David Marien

     

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