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Amerikas Stillstand

Wahnsinn, was da derzeitig in Amerika passiert. Es war längst überfällig, aber so richtig damit gerechnet hat wohl niemand. Und doch mußte es eher früher als später dazu kommen, dass sich Amerika seinen durch gewaltige Verschuldung verursachten Finanzproblemen stellt.

Was bedeutet das für uns? Im schlechtesten Falle ziehen die Menschen hierzulande die falsche Schlussfolgerung. Nämlich, dass unklare Regierungsverhältnisse etwas schlimmes wären und sich die SPD gefälligst kompromissbereit zeigen sollte bei der Bildung einer Großen Koalition. Trotz des wahren Grundgedankens greift diese Schlussfolgerung aber zu kurz. Denn tatsächlich müßte sich auch in Deutschland vieles verändern, damit unser Staat mittelfristig nicht in eine ähnliche Lage kommt. Dazu gehören auch höhere Steuern für Besserverdienende. Es gibt da genug Spielraum, der ausgenutzt werden könnte.

Um eines klar zu stellen: Natürlich will auch ich nicht die deutsche Wirtschaft im Verhältnis zu ihrer Konkurrenz in Bedrängnis bringen, darum geht es nicht. Aber wir haben im letzten Jahrzehnt viele neoliberale Experimente ins Leben gerufen und daraus mühsam Erkenntnisse gewonnen, die Anlass zu dringend notwendigen Korrekturen geben. Es ist einfach ein Mythos, dass unser Staat zwingend immer Wirtschafts-freundlicher werden müßte. Diese Grundtendenz ist in einer globalisierten Welt zwar sicher richtig. Aber dazu gehört auch das passende Augenmaß und dies haben wir in vielen Aspekten vernachlässigt.

Die Zeit ist aber genau jetzt reif für korrigierende Reformen, bevor als nächstes wieder eine Neuverortung des Zustands und der Zielsetzungen Deutschlands ansteht. Deshalb gehören entsprechende Vereinbarungen in den neuen Koalitionsvertrag und dafür braucht die SPD Rückhalt von der Bevölkerung in den Verhandlungen mit der Union. Es wäre falsch aus der amerikanischen Krise zu schlussfolgern, dass eine Einigung unter allen Umständen erzielt werden müsste, koste es die inhaltliche Debatte, was es wolle.

 

 

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Brainstorming für mehr Leistung

Ich glaube wir sind uns alle einig, dass das Ziel für unsere Gesellschaft noch mehr Leistung sein muss. Alternativlos. Wir stehen in einem globalen Wettbewerb und sind eine verhältnismässig kleine Population. Da muss jeder härter ran, damit am Ende der Output stimmt.

Der gewünschte Output – das ist bekanntermassen Wachstum. In der Zielvereinbarung steht also schon festgeschrieben, dass es um ein Mehr an Leistung, nicht um konstante Leistung geht. Wer auf der Stelle tritt, verliert auf dieser Welt. So scheint es. So lautet das Credo.

Ja, und nun frage ich mich (und Euch): Wie soll es mit dem Wachstum weitergehen!? Die meisten Potenziale scheinen doch schon ausgeschöpft worden zu sein: Öffentliche Güter, die sich als Finanzquellen gut verscherbeln liessen, sind so gut wie aufgebraucht. Rohstoffe haben wir in Deutschland wenig. Ob Fracking daran etwas ändern kann, wie im Falle der USA, ist fraglich.

Andere Rohstoffe könnnten wir derweil noch deutlich besser erschliessen. Ich spreche von der Ausbildung in unserem Land. Da könnte man sicher noch einiges herausquetschen. Aber ob das dann reicht!? Leider steht uns als Gesellschaft eben nur ein sehr begrenztes Humankapital zur Verfügung. Ein schwerwiegender Nachteil gegenüber anderen grossen Handelsnationen, den wir nicht so ohne weiteres knacken können. Aber mindestens sollten wir versuchen die Älteren in unserer Gesellschaft wieder in den Arbeitsmarkt mit einzubeziehen. Da liegt Kapital brach. Und warum sollen die nicht arbeiten? Sie haben schliesslich schon bewiesen, dass sie es konnten!

Was bleibt sonst? Ich bin ratlos. Durch Minijobs und Zeitarbeit wurde der Bereich prekärer Arbeitsverhältnisse (aka Sklavenarbeit) ja schon ziemlich weitgehend erschlossen. Kann man das noch ausweiten ohne den sozialen Frieden zu gefährden!? Naja, hoffen wir das mal. ;-) Ein bisschen mehr geht immer!

Obgleich, viel Spielraum ist da nicht mehr. Der Staat spart schon kräftig an der Altersvorsorge, weil prekär Beschäftigte keinerlei Altersrücklagen bzw. Sozialabgaben leisten können. Mist. Dabei ist dieses kurzfristige Sparpotenzial so attraktiv.

Gibt es denn noch Jobs in diesem Land, die wir in Billiglohnländer ausgliedern könnten? Das ist eigentllich immer eine hilfreiche Tat, um wenigstens Kosten einzusparen. Oder wir lassen gleich jedwede Drecksarbeit im Ausland für uns erledigen. Damit machen wir es uns einfach und könnnen die Löhne grösstenteils sparen. Hmm, eine ganze Menge super Ideen, aber…. verdammt noch mal! Diese Ideen des Finanzliberalismus sind ja alle schon ziemlich umfangreich umgesetzt worden in unserem Land. So ein Mist!

Gehen uns da nicht langsam die Handlungsmöglichkeiten aus? Wenn wir doch schon alles verscherbelt haben, die Löhne auf ein Mindestmass reduziert wurden und der Staat sich an vielen Stellen aus der sozialen Fürsorge heraushält, was kann man dann noch tun!?

Eine Möglichkeit wäre es, einfach alle Probleme in die Zukunft auszulagern. Jetzt noch gut leben und die Probleme an nachkommende Generationen weiterreichen. Das ist trickreich. Der Ansatz besticht mit Eleganz und Skrupellosigkeit! Heureka! So können wir weiter in Saus und Braus leben, ohne schlechtes Gewissen. Jawohl! …. Obwohl, Moment, auch das gibt es ja schon :( Hab ich beinahe übersehen. In der Art machen es der Staat und die Kommunen bereits so lange Zeit, dass wir – als die aktuelle Bevölkerung – schon längst selbst die ehemals “Zukünftige Generation” darstellen.

Oh je. Wie unbefriedigend für mich als Wissenschaftler: Mir fällt fast nichts mehr neues ein. Ich bin zwar optimistisch, dass sich unsere Wirtschaftslenker wieder etwas trickreiches einfallen lassen werden. Aber dennoch möchte ich hier mal zu einem kreativen Wettbewerb aufrufen! Was fällt Euch denn ein, damit wir mit möglichst zwielichtigen Tricks für mehr Wachstum sorgen können!???

Am besten solche Ideen, die zu Lasten einer Teilgruppe unserer Gesellschaft gehen. Aus Erfahrung kann ich Euch sagen, diese setzen sich am besten durch. Das ist irgendwie attraktiv für die meisten Menschen. Sie fühlen sich erst gut, wenn es anderen schlecht geht. Sonst geht für sie die Gleichung nicht auf!

Also, das bitte unbedingt berücksichtigen! Und nun: Eure Vorschläge bitte!!!

 
8 Kommentare

Verfasst von - Februar 5, 2013 in Gesellschaft, Tiny's Gedanken, Top Artikel

 

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Bist Du Durchschnitt oder nicht? Und was dies für’s Leben bedeutet…

Keine Frage stellt man sich so ungern, wie die nach der eigenen Lebenserwartung. Daher vermute ich mal, daß nun viele diesen Artikel schon wieder schließen werden.

Wer es nicht tut, kann unter folgenden Links die statistische Lebenserwartung für den eigenen Geburtsjahrgang erfahren. Es ist ja kein Geheimnis, dass Frauen im Schnitt länger leben, weshalb sich eigentlich Frauen jüngere Männer suchen müssten, statt dass es meist umgekehrt ist.

In mehreren Artikeln hat sich Die Zeit mit dem Thema Zukunft und der demographischen Entwicklung beschäftigt und bietet einen interaktiven Rechner für die Lebenserwartung an, der auf Statistiken des Statistischen Bundesamts beruht. Darin kann man sehr anschaulich über die Jahrzehnte erkennen, wie sich die eigene Generation in die Altersstruktur der Gesamtbevölkerung einpaßt.

Interaktiver Rechner

Zukunftsausblick – geboren 2012

 
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Verfasst von - Februar 25, 2012 in Gesellschaft, Top Artikel

 

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